Pirkelmann enttäuscht Leupser entschuldigen sich

Die Juragruppe hat einen Bauzaun rund um das Quellgebiet anbringen lassen. Doch den Zweckverband und viele Leupser trennt mehr als ein Zaun. Foto: Archiv/Ralf Münch Quelle: Unbekannt

LEUPS/WAISCHENFELD. Er hatte es gut gemeint. Wollte vermitteln. Jetzt fühlt sich der Waischenfelder Bürgermeister Edmund Pirkelmann getäuscht. Weil ihn die Vertreter des Vereins Pro Leupser Quellwasser, die ihn am Montagabend zum Ende der Bürgerversammlung in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Wasserzweckverbandes Juragruppe um Unterstützung gebeten hatten, falsch informiert hätten. Seinen Ärger hat er den Leupsern mitgeteilt, gestern hat sich der Verein ausführlich entschuldigt.

Man habe mehrfach bei der Juragruppe um einen Gesprächstermin gebeten, aber keine Reaktion erhalten, klagte die neunköpfige Delegation, die da nach dem offiziellen Teil der Versammlung in Waischenfeld das Gespräch mit Pirkelmann suchte. Der hörte sich alles geduldig an, zwei Stunden, bis Mitternacht, dauerte der Gedankenaustausch. Im Mittelpunkt der Kritik stand Hans Hümmer, Werkleiter der Juragruppe. Die Leupser fühlen sich von ihm ignoriert. Pirkelmann versprach, sich der Sache anzunehmen, die Chancen für ein Treffen auszuloten. Und erfuhr dann einen Tag später, dass die Juragruppe am 18. September schriftlich ein Gespräch angeboten habe.

Nicht korrekt informiert

„Es hat mich schon enttäuscht, dass ich da nicht korrekt informiert, dass mir da Fakten vorenthalten wurden“, so Pirkelmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Das habe er den Leupsern auch in einer E-Mail mitgeteilt. Werde er nicht wahrheitsgemäß von einer Partei unterrichtet, sehe er grundsätzlich davon ab, sich einer Sache weiter anzunehmen, „das habe ich schon immer so gehandhabt in meiner Funktion als Kommunalpolitiker“. Und: Aus seiner Sicht habe er als Verbandsrat immer „umfangreiche und stets schlüssige“ Sitzungsvorlagen erhalten. Auch wenn es um den Leupser Wasserstreit ging.

Appell zum Nachdenken

Er gehe davon aus, dass an den gefassten Beschlüssen der Juragruppe zum Bau einer Verbundleitung und den Anschluss von Leups angesichts der Faktenlage festgehalten werde, so Pirkelmann an die Adresse des Vereins. Auch, weil sämtliche Fachbehörden wie auch die Stadt Pegnitz keine Anstalten machten, in Richtung des Wunsches der Leupser nach dem Erhalt der eigenen Wasserversorgung tätig zu werden. Er empfehle dem Verein daher, „ernsthaft abzuwägen, ob unter neutraler Bewertung Ihr durchaus löblicher Einsatz am Ende zielführend sein kann“.

"Nahezu unverzeihlich"

Am Donnerstag dann die Entschuldigung aus Leups an die Spitze der Juragruppe, unterzeichnet vom Vorsitzenden Peter Strese. Die falsche Behauptung, die Juragruppe habe auf das letzte Gesprächsangebot der Leupser nicht mehr reagiert, sei „nahezu unverzeihlich“. Gerade vor dem Hintergrund, einen sachlichen und konstruktiven Dialog anzustreben – dies sei eines „unserer vordringlichsten Ziele“. Alle am Montag in Waischenfeld anwesenden Vorstandsmitglieder seien der festen Überzeugung gewesen, dass man das Schreiben des Anwalts der Juragruppe vom 18. September beantwortet habe. Dies stimme aber nicht, „unsere Erinnerung bezog sich auf ein vorheriges Schreiben“. Sprich: Man habe es versäumt, auf dieses Angebot einzugehen.

Amateure, die kämpfen

Weiter heißt es in dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt: „Zur Erklärung sei hier nur kurz angemerkt, dass wir schlichtweg alle ehrenamtlich neben teilweise sehr auslastenden Berufen tätig sind.“ Letztlich handle es sich um ein „amateurhaftes Verhalten“. Und ergänzend: „Aber genau das sind wir ja auch: Amateure, die um den Erhalt ihrer Quelle kämpfen.“

Dies ändert aber gar nichts daran, dass man hier einen Fehler gemacht habe, der sicherlich für viel Unmut, gerade bei Edmund Pirkelmann gesorgt habe. „Dafür darf ich Sie an dieser Stelle im Namen des gesamten Vorstands um Entschuldigung bitten“, so Strese.

Dennoch Hoffen auf ein Gespräch

Wenn solche Fehler passierten, stehe der Verein dafür „selbstverständlich auch öffentlich ein“. Man würde sich „natürlich sehr freuen, wenn es trotz dieses Fehlers noch zu einem Gespräch kommen kann“. Nachdem der Juragruppe eine Beschränkung des Gesprächsinhalts auf die Gründe des Anschlusses an die geplante Fernleitung ausgesprochen wurde, könne man dabei auf die Anwesenheit der Anwälte verzichten, so Strese.

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