Pegnitz: Erst Umsatz, dann Investition

Nun, ein bisschen besser hätte das Wetter schon sein können. Vor allem ein wenig wärmer. Aber mit der fränkischen Bassd-scho-Einstellung ließ sich der Auftakt zum dreitägigen Marktplatzfest in der Innenstadt durchaus genießen. Keine Menschenmassen, aber doch ein ansehnlicher Zuspruch war zu notieren. Hunderte kamen. Und am Rande gab es auch noch eine gute Nachricht für das lokale Brauwesen.

Am Schweinemarkt war richtig viel los war. Was aber nur am Rande mit der eigentlichen Veranstaltung zu tun hatte - sondern der Pegnitzer Version des Hofer Schlappentags.Es ist eine junge Tradition. Aber es hat sich schnell eingebürgert: Zum Start des Marktplatzfestes kommen aus Hochfranken Schlappentag-Vertreter nach Pegnitz. Zum hiesigen Schlappen-Wirt. Und mit einer gehörigen Portion Schlappen-Bier im Gepäck. Ein alles andere als harmloser Stoff, den es mit Bedacht zu konsumieren gilt. Das wissen die eingefleischten Schlappen-Gänger natürlich, die seit Jahren regelmäßig zum Schlappentag nach Hof pilgern. Die Schützen spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Willenreuther auf Pegnitzer, die Königlich privilegierte Scheibengesellschaft aus Hof auf der anderen Seite. Rund 30 Hofer kamen in die Fränkische Schweiz.

Ein paar Dutzend

Derweil ging es am Kirchplatz und in der Rosengasse spür- und hörbar ruhiger zu.Zumindest zu Beginn. Als mit "We brought a Penguin" die erste Band die Bühne vor der St.-Bartholomäuskirche enterte, waren dann immerhin ein paar Dutzend Festbesucher vor Ort und lauschten dem Doppelgitaren-Spiel zu sehr ohrverträglichen Songs der eingängigen Art. Als es dann später mit "Filistine" bluesiger und rockiger wurde, füllte sich der Platz - und trotz kühler Temperaturen konnten schließlich auch "My Flint" mit ihrem melodischen Punkrock auf eine stattliche Zahl musikbegeisterter Partyfans bauen.

Weniger los

Etwas schwerer hatte es da schon Solist Mike Hempel, der in der Rosengasse mit frech geartetem Liedgut die Gäste zu unterhalten versuchte. Doch witterungsbedingt war hier eher wenig los. Wieder ein paar Dutzend Leute. Während am Schweinemarkt die Schlappentag-Aktiven noch fleißig ihr "Prost" übten.

Umsatz muss passen

Der Schlappenwirt ist eine Böheim-Kneipe. Und da kommen wir zur guten Nachricht dieses Freitagabends: Allen Gerüchten zum Trotz will Martin Weiß, Inhaber der Böheim-Brauerei, weitermachen. Und nicht, wie Gerüchte besagen, zum Jahresende aufhören. "Das ist nicht unser Plan", sagte Weiß im Kurier-Gespräch. Fakt sei aber auch: "Wenn wir in Pegnitz noch einmal investieren, dann muss auch der Umsatz passen." Und zwar nicht nur in der Region, sondern ganz allgemein. Weiß spekuliert auf andere Märkte, zum Beispiel in Nürnberg, wo sein Sohn Ralph wie berichtet ein auf die Böheim-Marke zugeschnittenes Lokal eröffnet hat. "Da gibt es noch eine zweite Option", so sein Vater.

Mehr will er dazu im Moment nicht sagen, Nur so viel: Wenn die Umsätze passen, ist auch eine Investition in die marode Brauerei-Immobilie in Pegnitz denkbar. Aber eben nur dann. "Wir haben für Pegnitz schon viel Geld ausgegeben, irgenwann muss sich das auch rentiern", so Martin Weiß.

 

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