Bürokratie-Abbau
Böttger: „Wir haben zwei Riesen-Probleme. Erstens den Mindestlohn: Ich kann meine Leute nicht nach zehn Stunden nach Hause schicken, wenn der Laden voll ist, weil genau da müssen wir unser Geld verdienen. Das sehen meine Angestellten eigentlich genauso. Die arbeiten lieber im Sommer ein bisschen mehr und bleiben im Winter dafür einen Monat daheim.
Zweitens die EU-Regularien, die fordern, dass man alles aufzeichnet, zum Beispiel, wer wann geputzt hat. Wenn die Kontrolle kommt, sieht sie doch, ob die Küche schmutzig oder sauber ist, warum muss ich das noch aufschreiben?“
Und zum Schluss: Ist das Waldrasthaus zukunftssicher?
Böttger: „Nein, das würde ich nicht behaupten. Wir sind weder an die Strom- noch an die Wasserversorgung angeschlossen und das wird auch nicht passieren, da wir keine Zuschüsse bekommen. Jeder will Wirtshäuser, aber keine Sau hilft uns. Und wenn dann mal der Strom ausfällt, verstehen die Leute nicht, dass sie eben gerade keinen Cappuccino haben können.
Früher habe ich meinen Beruf gerne gemacht, aber die Leute werden immer mürrischer und glauben, wir sind ihre Lakaien. Mein Sohn will auf keinen Fall weitermachen und meine Tochter arbeitet in der Gastronomie auf Sylt. Dort hat sie nicht nur geregeltere Arbeitszeiten, sondern verdient auch noch besser. Wie es weitergehen soll, weiß ich also noch nicht.“
Steckbrief
Sitzplätze: 130 innen, 160 außen
Bier: Kulmbacher
Kosten für ein Seidla: 2,90 Euro
Klientel: Ausflügler
Welche Ideen die Wirte des Wirtshauses "Zur alten Eisenbahn" in Wadendorf zur Rettung der fränkischen Wirtshäuser haben, lesen Sie hier.