Erst spät die Rechnung
Nach Informationen des Kuriers war bis Dienstag dieser Woche, also vier Wochen nach dem Eingriff tatsächlich noch keine Rechnung gestellt. Wie auch, denn der Patient lag den Akten nach ja gar nicht auf der Luxus-Station.
Chefarzt Henneking bestätigt den Vorgang am Telefon. Er habe es während seines Urlaubs erfahren. „Ich kann das nicht verstehen“, sagte er dem Kurier. „Wer auf die Privat-Station geht, muss das auch bezahlen.“ Auch er selbst sei schon auf diese Station gegangen „und ich habe selbstverständlich bezahlt“. Über eventuelle Konsequenzen müsse die Geschäftsführung entscheiden.
Eine weitere Auffälligkeit ist, dass Rausch an einem Samstag operiert worden ist. Ein Beteiligter: „Das war kein Notfall.“ Darauf deutet auch hin, dass die Vordiagnostik nach Kurier-Informationen bereits am Mittwoch vorher gelaufen ist. Außerdem sei dem Stationspersonal der Normalo-Station die Ankunft des Stadtrates schon am Tag vor der OP bekannt gewesen. „Das Ausnutzen von Vorteilen, die man durch ein politisches Amt hat, das geht nicht“, heißt es am Klinikum. Ponsel kontert: „Die Notfall-Indikation stellt immer der Arzt, der den Patienten aufnimmt.“
Stolz auf Compliance System
Am Klinikum ist man besonders stolz auf die Compliance-Abteilung. „Der Begriff Compliance bedeutet so viel wie 'Regeltreue' und zielt auf das Einhalten von Gesetzen und internen Richtlinien ab“, heißt es auf der Internet-Seite des Klinikums. Und weiter: „Das Compliance Management System beinhaltet organisatorische Vorkehrungen, die es unseren Mitarbeitern ermöglichen, alle relevanten Regeln einzuhalten und systematisches Fehlverhalten zu vermeiden.“
Die Rechnung für den Aufenthalt an der Luxus-Station hat die Klinik inzwischen gestellt. Nachdem der Kurier angerufen hat. Die Klinik räumt nach einen Blick ins „Datensystem“ die Unklarheiten mit Rauschs Unterbringung ein. Joachim Haun, Geschäftsführer der Klinikum Bayreuth GmbH: „Das werden wir aufklären.“
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