Wolfgang Hoderlein steht jetzt an der Spitze des Fränkischen Bundes Fränkische Interessen ernsthaft vertreten

Steht jetzt an der Spitze des Fränkischen Bundes: Wolfgang Hoderlein aus Stadtsteinach. Foto: red

Jetzt steht er an der Spitze: Der frühere Chef der Bayern-SPD, Wolfgang Hoderlein aus Stadtsteinach, leitet künftig den Fränkischen Bund. Bei der Jahresversammlung am Wochenende hat sich der 61-Jährige in einer Kampfabstimmung gegen den Nürnberger CSU-Politiker Christian Hölzlein durchgesetzt. Seine Ziele verrät Hoderlein im Interview:

Herr Hoderlein, wie sehen Sie die Rolle der Franken im Zeitalter der Globalisierung?
Wolfgang Hoderlein: Die Regionalisierung ist das Widerlager zur Globalisierung. Die Menschen brauchen umso mehr einen Anker, einen vertrauten Raum und der muss sich auch in den Medien spiegeln, die die Menschen konsumieren. Deshalb mein Appell, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk dafür zu sorgen, dass die Vielfalt der bayerischen Kulturen und Sprachen auch angemessen abgebildet wird – was zu Lasten Frankens und des Fränkischen bei weitem nicht der Fall ist.

Sie haben angekündigt, der weiß-blauen Dauerberieselung Frankens entschieden entgegen zu treten. Was genau haben Sie vor?
Hoderlein: Schauen Sie sich die ganzen Spielserien und den Unterhaltungsteil im Bayerischen Fernsehen an. Alles wird auf Oberbayern light getrimmt. Wenn irgendeine Frankenrolle vorkommt, dann ist es der Dorfdepp. Geschichten, die mit hiesiger Authentizität wiedergegeben werden, gibt es nicht. Diesem Drittel an Zuschauern und Gebührenzahlern wird im Programm nicht annähernd kulturell entsprochen. Das kann so nicht länger hingenommen werden. Wir werden systematisch das Programm daraufhin untersuchen, und uns jedes Mal wieder zu Wort melden.

Machen Sie denn eine kulturelle Frontlinie zwischen Franken und Oberbayern aus?
Hoderlein: Diesen Begriff würde ich gerne vermeiden. Ich würde sagen: Die Interessenvertretung Frankens wird jetzt von der Ebene der Folklore und des Schenkelklopfens in München in eine solche des ernsthaften und nachhaltigen Eintretens unsererseits verwandelt.

Lesen Sie zu diesem Thema auch unseren Beitrag zum Tag der Mundart: Mehr Fränkisch in Radio und TV gefordert.

 

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