2. Erkenntnis: Parteien achten wenig auf Zeugnisse
Wenn Parteien ihre Kandidaten auswählen, ist der Lebenslauf "natürlich ein Anhaltspunkt", sagt die Juristin und Bundestagsabgeordnete Silke Launert (CSU/Hof). "Aber es geht weniger um Titel, sondern darum, zu sehen, ob jemand leistungsbereit ist, sich engagiert. Ein Prof. Dr. Dr. hat da keinen Vorteil. Als Politiker musst du mit Menschen können.“ So hat es auch Hartmut Koschyk (CSU/Bayreuth) erlebt, der zwar Geschichte und Politik studiert, sein Studium aber nicht abgeschlossen hat. "Entscheidend für die Funktionsträger war meine politische Erfahrung und mein Netzwerk als Generalsekretär des Bundes der Vertriebenen." Die Juristin und Bundestagsabgeordnete Anette Kramme (SPD/Bayreuth) sagt gar von sich, sie habe "frisch aus dem Studium kommend noch keinen wirklich beeindruckenden Lebenslauf vorzuweisen" gehabt, als die SPD sie nominierte.