Waischenfeld Erst ein Buch, dann Sofas im Wald

Rosi Thiem
Marie Eckert-Rosenberg (links) und Karin Landmann zeigen den neuen, umfangreichen Bildband. Foto: /Rosi Thiem

Der Heimatverein Waischenfeld brachte einen Bildband mit historischen Fotos und Texten heraus. Anlass war die Jubiläumsausstellung im Sommer. Aber es folgt noch mehr.

Der Bildband ist nun gedruckt. In kleiner Auflage, 120 Stück, so Maria Eckert-Rosenberg, die Vorsitzende des 1885 gegründeten Heimat- und Verschönerungsvereins. „Wir können aber jederzeit nachbestellen“, versichert die rührige Waischenfelderin über den neuen Bildband zur 900-Jahr-Ausstellung „Menschen-Landschaften-Jubiläen“.

Die Schau war im August zu sehen. „Wir wollten die aufwendige Ausstellung auch für unsere Nachkommen und alle Interessierten lebendig erhalten und entschlossen uns im Verein, dieses zeitintensiv zusammengetragene Material in einem Bildband zusammenzufassen.“ Ausstellungsbesucher gaben die Anregung dazu. Sie waren begeistert von den historischen Bildern und den Texten von Heimatkundler Reinhard Löwisch, einem früheren Waischenfelder. „Diese 62 Seiten sind jetzt ein kultureller Beitrag des Heimatvereins zu unserem Jubiläumsjahr“, zeigt die Vorsitzende auf den noch druckfrisch riechenden Einband. „Reinhard Löwisch hat hier den Text erstellt und die Bilder eingescannt“, verweist Karin Landmann, die zusammen mit Löwisch die Sommerausstellung organisierte.

Fotoschätze aus dem Privatarchiv

Die meisten Bilder steuerte Karin Landmann aus ihrem Privatarchiv bei. „Meine beiden Onkel Michael und Oskar Gardill waren beide Fotografen und hielten vieles rund um Waischenfeld fest. Früher besaßen die meisten Menschen auf dem Land keine Kameras und konnten keine Bilder, so wie heute machen. Zu den Darstellungen gibt es auf allen Seiten Erklärungen, einige nette Anekdoten, Geschichtliches und einen Einblick in das kulturelle und alltägliche Leben früherer Jahre“, erläutert Landmann, die seit 1990 beim Heimatverein ist.

In dem Werk sind auch Bauwerke zu sehen, die heute nicht mehr existieren. „Zum Beispiel das „Stannana Brückla“ über den Zeubach, einem Nebenfluss der Wiesent. Diese besondere Brücke war damals einspurig und stand in der Vorstadt zwischen der Raiffeisenbank und dem heutigen Campus. Die Amerikaner hatten hier Manöver gehalten und dabei wurde auch die Brücke stark beschädigt. Im Zuge der Straßenrenovierungen wurde diese Brücke abgerissen“, bedauern beide und zeigen im Buch auf das besondere Kleinod von einst. Der Bildband kostet 14 Euro und wurde vom Heimatverein vorfinanziert. „Der Erlös kommt komplett neuen Projekten wieder zugute“, erklärt die engagierte Vorsitzende Eckert-Rosenberg.

Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg

In diesem Jahr trägt der Heimatverein als Gastgeber ebenfalls die „Fränkische Weihnacht“ vom Fränkische Schweiz-Verein am ersten Adventssonntag um 16 Uhr in der Waischenfelder Pfarrkirche aus. „Das wird eine ganz besondere Veranstaltung“, verspricht die Vorsitzende. Der umtriebige Waischenfelder Verein mit 180 Mitgliedern, der nach dem Zweiten Weltkrieg im Mai 1948 wieder gegründet wurde, macht sich in vielen Bereichen stark. „Wir übernehmen die Wanderwegepflege, stellen an Fronleichnam die Birken bereit, organisieren die Rocken-Stubn, Kräuterwanderungen, schmücken Osterbrunnen und kümmern uns um andere Bräuche und Traditionen“, zählt Maria Eckert-Rosenberg auf.

Zum Schluss verraten sie eine Überraschung: „Wir organisieren und kümmern uns um Waldsofas.“ 2023 sollen sie an verschiedene, markante Stellen kommen. „Dafür suchen wir noch Sponsorenpaten. Für sechs Waldsofas haben wir bereits Paten gefunden.“ Das Besondere wird dann auch sein, dass sich die Sponsoren in einem QR-Code am Sofa verewigen können. „Wenn beispielsweise eine Dorfgemeinschaft ein Sofa spendiert, so kann es im QR-Code seine Geschichte erzählen“, schlagen die Frauen vor.

Ein Waldsofa am Aussichtspunkt

Umgesetzt hat der Heimatverein das Projekt mit der Stadt. „Ein Waldsofa wird an der Burgaussichtsplattform sein. Wir werden zur Herstellung nur einheimische Lärchenhölzer und Betriebe aus der Region nehmen“, verraten sie vorab. Bürgermeister Thomas Thiem ist dem Heimatverein dankbar. „Die Idee mit den Waldsofas, die der Heimatverein angeschoben hat, finde ich großartig. Die Waldsofas werden ein Gewinn für alle sein, die sich gerne draußen aufhalten und die Natur und die besonderen Aussichten in unserer Region genießen wollen“, ist er überzeugt.

Wer ein Waldsofa, auch in den Ortsteilen, sponsern will, kann sich an den Heimatverein wenden. Maria Eckert-Rosenberg rechnet mit 1600 Euro Kosten je Waldsofa, das dann Platz für zwei bis drei ruhesuchenden Personen bietet und in vielen Erholungsgebieten bundesweit schon begeisterten Einzug gefunden hat. „Wir wollen das Alte bewahren und uns dem Neuen nicht verschließen“, ist die Devise des Vereins.

INFO: Wer einen Bildband kaufen will, kann diesen bei Eckert-Moden oder im Cafe am Markt in Waischenfeld beziehen.

 

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