The Queen's Six Stimmakrobaten Ihrer Majestät

The Queen’s Six im Markgräflichen Opernhaus. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Es zählt zu den horizonterweiternden Erkenntnissen dieses Abends: Die menschliche Stimme kann klingen wie ein Schlagzeug. Der Sound, den ein Drummer erzeugt, wenn er mit dem Besen über sein Instrument streicht, lässt sich rein vokal tatsächlich täuschend echt imitieren. Wer’s nicht glaubt, sollte sich unbedingt The Queen’s Six anhören.

Am Mittwoch waren die sechs britischen Sänger – oder besser gesagt: sechs Vokalakrobaten im Namen Ihrer Majestät – in der Reihe der Musica Bayreuth im Markgräflichen Opernhaus zu Gast. Sie boten ein Programm, das den Bogen von Musik der Renaissance bis zu Michael Jacksons „Thriller“ spannt und somit den Sängern eine enorme stilistische Bandbreite abverlangt. Im Programmteil nach der Pause war schnell klar: Das Ensemble, das auch bei der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markles gesungen hat, kann alles.

Zu Beginn erklangen Werke von William Byrd, Thomas Morley, und Thomas Tallis. Hierbei boten die Sänger ein klares Klangbild, das die Schärfen der polyphonen Sätze aus dem 16. Jahrhundert eher betonte. Im Laufe des Abend ließen die sechs Sänger mehr und mehr auch ihr komödiantisches Talent aufblitzen, so dass das Publikum im voll besetzen Opernhaus in den Genuss von höchster Gesangskultur und guter Unterhaltung kam.

Nach der Pause erklangen Stücke von Paul McCartney, Antonio Carlos Jobim und Stevie Wonder. Und immer wieder konnte man staunen: über die in butterweichem Sound präsentierten parfümierten Harmonien, lasziven Glissandi und imitierten Wah-Wah-Effekte. Die Sixte ajoutée feierte Triumphe. Und das begeisterte Publikum die königlichen Sänger.

 

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