Verkleiden und feiern
Wie ist die Vorweihnachtszeit in den USA, wie erlebst er sie, welche Bräuche, Traditionen gibt es? „Die Vorweihnachtszeit in den USA bezieht sich nicht nur auf die Adventszeit wie in Deutschland“, erzählt Rudrof, „man spricht hier von der „Holiday Season“, also einer ganzen Weihnachtssaison, die bereits Ende Oktober mit Halloween beginnt.“ Halloween in den USA kann man mit Fasching/Karneval in Deutschland vergleichen, mit dem Unterschied, dass sich wirklich jeder – auch Erwachsene – verkleidet und feiert. Mit seiner Gastfamilie hat er Lagerfeuer geschürt und als es dunkel wurde, sind sie zum sogenannten trick-or-treating aufgebrochen. Damit bezeichnet man das Herumlaufen in den Straßen und das Einsammeln von Süßigkeiten. In den USA machen das nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Außerdem sind in den USA die Kostüme ausgefallener und reichen vom angsteinflößenden Clown bis hin zur Bierflasche oder dem Pferd. „Alle Vorgärten sind geschmückt, teilweise hängen Skelette von den Bäumen. Sehr beliebt sind auch Grabsteine oder aufblasbare Figuren wie beispielsweise Spinnen.“ Bereits am Tag danach weicht die Halloweendekoration den Vorbereitungen für Thanksgiving – vergleichbar mit deutschem Erntedank. Es wird immer am vierten Donnerstag im November gefeiert. In den Gärten stehen riesige aufblasbare Truthähne und am Thanksgiving-Tag selbst kommt die ganze Familie zum Truthahnessen zusammen.
Lange Menschenschlangen
Der tags drauf folgende und auch in Deutschland bekannte „Black Friday“ läutet die Weihnachtszeit endgültig ein. „Geschäfte öffnen teilweise bereits um 5 Uhr früh und trotzdem bilden sich davor bereits wetterunabhängig vereinzelt lange Menschenschlangen in der Hoffnung, die besten Rabatte einzusammeln, bevor alles ausverkauft ist“, hat er festgestellt.
Alles ist mehr und größer
Weihnachten selbst wird in den USA am 25. Dezember gefeiert. „Die Adventskalender haben trotzdem nur 24 Türchen“, erzählt er lachend. Seine Gastfamilie wird am 24. abends in die Kirche zum Weihnachtsgottesdienst gehen, am 25. früh gibt es die Geschenke und danach im Laufe des Tages gibt es das Weihnachtsessen.
„Grundsätzlich kann man aber sagen, dass in den USA alles größer und mehr ist als in Deutschland. Es wird viel mehr geschmückt, Weihnachtsbeleuchtungen und –deko ist überall und in jedem Garten. Es gibt Drive-Through-Weihnachtsshows. Dort fährt man mit dem Auto durch weihnachtlich dekorierte und beleuchtete Parks und hört dabei Weihnachtslieder.“
Was er auch schon gesehen hat, ist, dass einige Häuser und Parks eigene Radiofrequenzen haben, damit man beim Anschauen und Durchfahren im Auto Weihnachtsmusik hören kann.
Bäume sind teurer
Weihnachtsmärkte sind in den USA eher weniger verbreitet, genauso wie Adventskränze. „Außerdem bringt nicht das Christkind, sondern Santa Claus die Geschenke. Am 6. Dezember wird kein Nikolaus gefeiert. Weihnachtsbäume sind im Vergleich zu Deutschland viel teurer. „Wir haben für unseren umgerechnet 70 Euro bezahlt.“ Dazu kommt, dass es in Wilmington keinen richtigen Winter mit Schnee gibt. Aktuell sind dort 20 Grad und Sonnenschein.