MS - eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems
„Multiple Sklerose (MS) ist eine Überreaktion des Immunsystems, die sich gegen die Nervenhüllen des Gehirns und des Rückenmarks richtet“, erklärt Claudia Schultze, leitende Oberärztin und Betreuerin der MS-Ambulanz am Klinikum Hohe Warte. Entsteht an der Schutzhülle der Nervenfasern eine Entzündung, werden Signale des Gehirns nicht wirkungsvoll übermittelt. Das passiert bei einem MS-Schub, spürbar als Kribbeln, Taubheitsgefühl, Sehnerv-Entzündungen, Gangstörungen und Lähmungen - MS ist die Krankheit mit den 1000 Gesichtern.
„Wie viele Menschen leben auf der Erde? Ich weiß die Zahl nicht, aber stellen Sie sich vor: So viele MS-Erkrankte es auf diesem Planeten gibt, so viele verschiedene Formen der Krankheit gibt es auch. Multiple Sklerose hat mindestens 1000 Gesichter“, sagt Steffi Heinig.
40 Jahre MS-Beratungsstelle in Bayreuth
Auch in Bayreuth gibt es eine Anlaufstelle für Betroffene. Diese MS-Beratungsstelle Oberfranken feiert am Mittwoch ihr 40-jähriges Bestehen. „Wir bieten ein lebenslanges Angebot der Unterstützung“, erklärt die Diplom-Sozialpädagogin Ursula Schubert. Ihr Wunsch: Aufklärung anbieten, um erste Ängste zu nehmen.
Vier Beraterinnen helfen in Sachen Beruf, Pflege, behindertengerechtes Wohnen oder Ernährung. „Jeder Schub kann dauerhafte Schäden bringen. Das macht eine ständige Anpassung an die Situation nötig“, erklärt die Sozialpädagogin. In Oberfranken gibt es 23 Selbsthilfegruppen.
Anlässlich des 40-jährigen Bestehens hat die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) am Mittwoch einen Stand auf der Landesgartenschau (AOK-Pavillon). Es stellen auch zwei Autohäuser behindertengerecht umgebaute Autos aus. Um 14 Uhr findet ein Festakt statt.