Das RIZ sorgte in der Sitzung des Stadtrats am Mittwoch abermals für Diskussionen. Davor hatte es bereits den Haupt- und Finanzausschuss beschäftigt.

Während sich die CSU-Stadtratsfraktion für eine vorzeitige Lösung für Start-ups auf dem Gelände der Uni einsetzte, wünschten sich die Grünen das Gründerzentrum beschleunigt umzusetzen und dafür den Innovationsteil zu streichen. Damit konnten sie sich jedoch nicht durchsetzen.

Innovationsteil umstritten

Stephan Schlags (Grüne) warnte vor der Abstimmung noch einmal vor der immensen Belastung des städtischen Haushalts für lange Zeit: Zehn Millionen Euro Baukosten und laufende Kosten im sechsstelligen Bereich für die Folgejahre. Die Rechnung werde ohne den Wirt gemacht, wie die jüngst vorgestellte Umfrage gezeigt habe, meint Schlags. „Die Wirtschaft braucht und will das nicht.“ Die Stadt werde das Zentrum subventionieren, zumal ein klares Konzept fehle, lauteten die Bedenken.

Die Bayreuther Gemeinschaft hatte hegte auch Zweifel am Innovationsgedanken. Die Gefahr bestehe, dass am Markt vorbei geplant werde. Und die Kosten für den zweiten Teil seien nicht förderfähig, sagte BG-Fraktionsvorsitzender Stephan Müller.

Zukunftsprojekt verteidigen

Dagegen hielt CSU-Fraktionsvorsitzender Stefan Specht eine Streichung für einen „Schildbürgerstreich“. Von beiden Teilen des Gründerzentrums gingen wichtige Impulse aus. Das Vorhaben habe eine große Bedeutung für die Stadt und deren künftige Steuerkraft.

Auch Christoph Rabenstein (SPD) sah im RIZ eine „Investition in die Zukunft“. Die IHK für Oberfranken stehe eindeutig hinter dem RIZ. Bei der Ansiedlung von Fraunhofer in Bayreuth habe es ebenfalls Vorbehalte gegeben, erinnerte der frühere SPD-Landtagsabgeordnete. „Heute würde keiner mehr sagen, sie seien fehl am Platz.“ Der Grundsatzbeschluss für das RIZ sei längst gefasst. „Es wird höchste Zeit, dass wir es jetzt voranbringen“, mahnte Rabenstein. Die Stadt stehe schließlich hierbei in Konkurrenz zu anderen Städten.

Positive Effekte für die Region

CSU-Stadtrat Helmut Parzen hatte ebenso kein Verständnis für den Widerstand einiger Stadträte. Unternehmen wanderten ab, Firmen würden schließen: „Wir brauchen in Bayreuth junge Leute, die schnell etwas auf die Beine stellen.“ „Nur alles schlecht zu reden und zu verhindern“, damit komme man nicht weiter. Die Region brauche innovative Firmen und Personal. Allerdings habe die Verwaltung in den vergangenen Jahren nicht viel unternommen, um das Projekt zum Erfolg zu führen. SPD-Stadtrat Rabenstein pflichtete ihm bei, dass zu wenig passiert sei. In der Vorbereitungsgruppe seien andere Städte wie Ingolstadt angeschaut worden, die durchaus positive Ergebnisse erzielt hätten. „Natürlich werden wir in Bayreuth das Rad nicht neu erfinden, aber es muss jetzt vorangehen.“

Wegen Krankheit nahm kein Vertreter der Wirtschaftsförderung an der Sitzung teil. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) trug deren Auffassung vor. Plädiert wurde dabei für eine enge Verzahnung mit dem geplanten Uni-Institut auf dem Campus. Der Freistaat habe in seiner High Tech Agenda den Ausbau bereits beschleunigt. Eine enge Kooperation von Unternehmern mit der Universität sei notwendig. Das Vorhaben könne zum Innovationsgeber für die oberfränkische Wirtschaft werden und den Strukturwandel unterstützen.

Eine Zwischennutzung von Räumen in der Mainstraße wurde schließlich beschlossen. Beim Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrum für Fragen der mittelständischen Wirtschaft (BF/M) könnten erste Beratungstage angeboten werden. „Das wäre nicht von Null auf Hundert und kurzfristig realisierbar“, sagte Ebersberger. Die Wirtschaftsförderung hält für die zusätzlichen Aufgaben eine neue halbe Stelle für erforderlich – obwohl die Corona-Pandemie den städtischen Haushalt langfristig belasten dürfte.