Pegnitz - „Wir mussten alle lernen, damit gut umzugehen“, sagt Nierhoff, „und Corona wird uns auch 2021 beschäftigen.“ Deshalb sei es wichtig, dass sich alle an die momentan geltenden Regeln halten und an einem Strang ziehen, damit die Infizierten-Zahlen endlich wieder runtergehen.

Er hoffe vor allem, dass die Betriebe wegen der Krise nicht auf der Strecke bleiben. „Deshalb muss jeder Einzelne von uns sie unterstützen und zum Beispiel das to-go-Geschäft der Gastronomie oder das online-Bestellen beim Einzelhandel nutzen.“ Aber ganz wesentlich sei auch, dass es finanzielle Unterstützung von offizieller, der großen politischen Seite aus gibt.

Welche Themen stehen für Pegnitz im neuen Jahr an? Da sei zum einen die Gewerbeansiedlung in Neudorf. Hier sollen letztendlich 150 neue Arbeitsplätze entstehen. „Und die brauchen wir“, sagt Nierhoff, „es ist Aufgabe der Kommunalpolitik, dass die Menschen versorgt sind.“

Alle Entscheidungen dazu werde er gemeinsam mit dem Stadtrat treffen. „Ich bin immer um einen Konsens und Transparenz bemüht.“ Insgesamt bezeichnet Nierhoff die Zusammenarbeit mit dem Gremium als positiv. „Da wir viele neue Stadtratsmitglieder haben, soll es zeitnah mit den im Herbst begonnenen Einführungslehrgängen weitergehen.“ Es müsse jeder bei der Arbeit wissen, von was er rede.

Im vergangenen Jahr war auch eine Klausur geplant gewesen, die corona-bedingt abgesagt werden musste. „Die wollen wir baldmöglichst nachholen.“ Und auch an den wöchentlichen Treffen mit seinen beiden Bürgermeisterstellvertretern und dem Austausch der Fraktionsvorsitzenden will er festhalten. Es sollen alle auf dem neusten Stand sein.

Ein weiterer Bereich sei die interne Organisationsentwicklung in der Verwaltung. „Hier müssen Stellen optimiert werden“, so der Bürgermeister weiter. Deshalb habe man in der Vergangenheit Arbeitsvorgänge bewerten lassen. Grundsätzlich sei er aber stolz auf die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern.

Weiter voranbringen will er auch die Digitalisierung im Rathaus. Viele Prozesse seien hier schon möglich, auch für die Bürger. Und Corona habe gezeigt, dass das Homeoffice weiter auf dem Vormarsch ist und auch nach dem Ende der Krise ausgebaut werden muss. Für viele Mitarbeiter bedeute dies auch Entlastungen bei der Kinderbetreuung. „Wir müssen hier Synergien nutzen.“

Weiter ausbauen will Nierhoff im neuen Jahr die Zusammenarbeit mit dem Jugendrat. Auch hier konnte wegen der Pandemie manches nicht stattfinden. „Wir müssen jetzt endlich eine Lösung in Sachen Jugendräume finden.“ Gemeinsam mit den Jugendlichen und dem Stadtrat sollen potenzielle Räume wie die alte Böheim-Brauerei, das ehemalige K+P-Gelände und ein Gebäude am Bahnhofsgelände (wir berichteten) besichtigt werden.

Auf gute Entscheidungen hofft Nierhoff auch in Sachen „Hochschule für den öffentlichen Dienst“. Hier sei viel liegen geblieben und es gebe Nachholbedarf. „Aber die ganze Sache zieht sich, weil viele Behörden involviert sind.“ Das dauere deshalb seine Zeit.

Eine Herausforderung werde auch wieder der kommunale Haushalt, der etwas moderater ausfallen werde. Auch hier müsse eine gemeinsame Lösung mit dem Stadtrat gefunden werden. Weitere Projekte im neuen Jahr seien die Themen Wasser und Abwasser. „Wir müssen realisieren, welche Förderungen noch abgegriffen werden können“, so der Bürgermeister.

Und dranbleiben werde er auch an dem Konzept für den Schlossberg. Hier gelte es gerade im Hinblick das Thema Tourismus weiterzumachen. „Wir haben im vergangenen Jahr ja schon mit den neuen Wanderbänken angefangen, aber das muss noch mehr ausgebaut werden.“

Es werde jedenfalls nicht langweilig werden, fasst Nierhoff zusammen. Vor allem gelte es, gut durch die Zeit zu kommen und die Leute bei der Stange zu halten. „Und das alles miteinander.“ Und wie schon bei seiner 100-Tage-Bilanz wiederholt er: „Ich mache meinen Job mit Herzblut.“