Bayreuther Brauhaus Maisels Ziel: „Schönste Brauerei Europas“

Ballons für die Höhenlinien des Gebäudes am Himmel, Dialog am Boden: Jeff Maisel (Vierter von links) erläutert den Anwohnern und Mitglieder der Oberobsanger Bürgerinitiative beim Ortstermin sowie den Mitgliedern des Bauausschusses, wie die Pläne der Brauerei Maisel für den Neubau des Bayreuther Brauhauses aussehen. In erster Linie geht es im ansprechende Architektur, klimaneutrale Produktion. Foto: Eric Waha/Eric Waha

Bei Ortstermin mit Bauausschuss und Anwohnern zeigt Jeff Maisel erste Pläne für Bau in Oberobsang. Stadträte sagen, sie hätten den Eindruck, der Dialog habe geholfen, Sorgen zu zerstreuen.

Bayreuth - Bunte Ballons in der Luft über der großen Grünfläche in Oberobsang – das stünde eigentlich für ein Ereignis, bei dem Spaß im Vordergrund steht. Doch es geht um eine ernste Sache, die vor allem viele Anwohner aus Oberobsang beschäftigt: den geplanten Bau des Bayreuther Brauhauses der Brauerei Maisel. Bei einem Ortstermin, beantragt von den Grünen im Stadtrat, gibt es am Dienstag nicht nur eine Visualisierung des Bauvorhabens in Höhe und Ausmaß. Sondern auch Austausch zwischen Anwohnern und Mitgliedern der Bürgerinitiative und Brauerei-Chef Jeff Maisel. Und: es gibt erstmals eine Darstellung, wie die Brauerei aussehen könnte.

Natur soll geschützt werden

Jeff Maisel ist ein gefragter Mann bei den Anwohnern: Wie sieht die Erschließung aus? Die laufe über die B 85, sagt Maisel. Wie sieht die Produktion aus? Sie solle nicht nur klimaneutral laufen. Die Brauerei solle sich einfügen in die Natur. „Bier ein Grundnahrungsmittel“, sagt Maisel und fügt an: „Wir sind abhängig von der Natur.“ Der Stern, der jedem Produkt seiner Brauerei seit Generationen zugrunde liege: „Erde, Feuer, Wasser, Hopen, Malz.“ Alles Natur und Produkte, die es zu schützen gelte. „Man kann Brauereien bauen wie in München: grau. Wir aber haben von Anfang an gesagt, wir haben keinen Plan B“, sagt Maisel vor den Oberobsangern und den Mitgliedern des Bauausschusses. Weder für das Grundstück – da gibt es kein anderes, das möglich wäre, wie Oberbürgermeister Thomas Ebersberger sagt – noch für die Optik, die Maisel meint: „Wir werden versuchen, kaum Material vom Gelände zu nehmen.“ Grün sei nicht nur der begrünte Deckel, den die Brauerei bekommen solle in weiten Teilen, grün sei auch die Denkweise für das Projekt an sich. „Wir wollen hier in Bayreuth zeigen, wie man so etwas machen kann.“

Alle Vorgaben einhalten

Man werde als Anwohner vergleichsweise wenig vom Produktionsprozess mitbekommen, sagt Maisel, der unterstreicht – und damit Gerüchten widerspricht: „Alle Vorgaben des Planverfahrens werden eingehalten.“ Und: In Richtung der Anwohner wolle man alle Möglichkeiten offen halten, „wir reichen immer wieder die Hand“.

2024 erstes Bier?

Auf Nachfragen, unter anderem von BI-Sprecher Hubert Koths, sagt Maisel, es sei Ziel, „vielleicht im April 2024 hier das erste Bier probieren zu können“. Außerdem verspricht er: „Wir haben nicht das Ziel, uns nach hier draußen zu verlagern.“ Hier, in Oberobsang, soll jedoch „die schönste Brauerei Europas gebaut werden“.

Keine Probleme mit dem Wasser

Eine wichtige Botschaft gibt Ebersberger den Anwohnern mit: Die Sorge, dass die Brauerei mit ihrer geplanten Kapazität von einer halben Million Hektoliter die Wasser-Situation Bayreuths gefährden könnte, sei unbegründet. „Wir haben schon eine Million Kubikmeter Wasser zurückgegeben, weil es nicht gebraucht wurde“ aus dem Kontingent. Auch der Grundwasserspiegel sei vergleichsweise gut.

Stadträte angetan

Im Rathaus, als es in der Sitzung des Bauausschusses erneut um die Visualierung geht, die keinen Einfluss auf das laufende Flächennutzungsplan-Änderungs- und Bebauungsplanverfahren für die Ansiedlung der Brauerei hat, rügt Stefan Schlags für die Grünen, dass die Grenzen des Flächennutzungsplans nicht – wie versprochen – abmarkiert wurden. Das hätte man in der morastigen Wiese kaum abgehen können, sagt Ebersberger, man werde aber ein Luftbild nachreichen. Weiter ist Schlags der Ansicht, dass die Brauerei auch ohne die Änderung des Flächennutzungsplans hätte bauten können.

Besondere Qualität der Planung

Grundsätzlich aber sind die Mitglieder des Bauausschusses beeindruckt von der Richtung, in die die Planung laufen soll. Und nicht nur der CSU-Fraktionsvorsitzende Stefan Specht sagt, er habe „den Eindruck, dass ein großer Teil der Sorgen zerstreut werden konnte“ durch die Darstellungen und Gespräche vor Ort. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Bauske sagt, die Brauerei sei „optisch sicher ein Gewinn – im Vergleich zu dem, was sonst möglich wäre“ auf der Gewerbefläche. Was da geplant werde, sei „von besonderer Qualität“.

Guter Tag für Bayreuth

Georg Kämpf (BG) sieht – wie die Grünen – die Sache mit der Änderung des Flächennutzungsplans „kritisch“, aber: Nicht nur die Planung sei gelungen, auch dass Jeff Maisel „sich den Fragen gestellt hat und nicht ausweicht“ sei begrüßenswert. gert-Dieter Meier (FDP/DU/FL) geht einen Schritt weiter: „Das war ein guter Tag für Bayreuth.“ Weil man gute Architektur gesehen habe, die die Natur einbeziehe. Auch für die Anwohner, weil man ihre Sorgen ernst nehme. Aber auch für Jeff Maisel, „weil konstruktive Auseinandersetzung Sinn macht“, wie Meier sagt. „Ein Vorzeigeprojekt“ nennt der JB-Fraktionsvorsitzende Christopher Süss das Projekt. Die Kenntnisnahme im Bauausschuss. Einstimmig.

Im Frühjahr rechnet Stadtbaureferentin Urte Kelm mit der nächsten Befassung im Bauausschuss.

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