Nicht ohne Probleme Medi-Team schnuppert nach Sieg an Playoff-Plätzen

In der ersten Halbzeit strauchelten die Bayreuther schon etwas. Aber auch dank einer BBL-Bestleistung von Lukas Meisner (rechts) lösten sie die Pflichtaufgabe in Hamburg doch noch souverän. Foto: Peter Mularczyk

BASKETBALL. Am Ende war es dann doch das standesgemäße Ergebnis. Das 95:81 (41:41) von Medi Bayreuth bei den Hamburg Towers täuscht aber darüber hinweg, welch harten Kampf der Aufsteiger der Mannschaft von Trainer Raoul Korner lange Zeit lieferte.

 

Während die den vierten Sieg in den vergangenen fünf Bundesligaspielen feierte und damit Kontakt zu den Playoff-Plätzen aufnahm (nur noch zwei Punkte Rückstand zu Rang acht), fielen die Hamburger durch den 88:84-Erfolg des Mitteldeutschen BC bei Rasta Vechta ganz ans Tabellenende zurück.

„Wir haben wieder einmal kein ganzes Spiel zusammengebracht und wieder einmal verloren“, brachte es der mexikanische Spielmacher Jorge Gutierrez nach der achten Niederlage im neunten Saisonspiel bei „Magentasport“ auf den Punkt. „Nach einer großartigen ersten Hälfte sind wir platt aus der Kabine gekommen.“ Der ehemalige NBA-Profi, der seit seiner Nachverpflichtung das Ruder in Hamburg an sich gerissen hat und seine Mannschaft zu Beginn der zweiten Halbzeit noch einmal kurz in Führung brachte, war mit 23 Zählern Topscorer der Partie, erhielt offensiv aber zu wenig Unterstützung von seinen Teamkollegen. Nur Ex-Nationalspieler Heiko Schaffartzik punktete noch zweistellig (zwölf).

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Wieder entscheidender Lauf im dritten Viertel

Auf Bayreuther Seite gelang das fünf Spielern. Einer davon war erneut James Robinson, der sechs Zähler in Folge zum letztlich entscheidenden Lauf im mit 25:14 gewonnenen dritten Viertel beisteuerte. Binnen 2:22 Minuten zog das Medi-Team vom 45:45 auf 55:45 (25.) davon. Aus guter Ballbewegung resultierten gute Würfe, in der Defensive waren die Bayreuther eng an ihren Gegenspielern dran und zwangen sie so zu Fehlern. Waren eine Woche zuvor die Baskets Bonn nach ähnlichem Spielverlauf und Zwölf-Punkte-Rückstand noch einmal herangekommen (Endstand 82:79 für Bayreuth), gelang den Hamburgern dies nicht mehr. Die Aktionen des Aufsteigers wurden immer wilder, und die Schiedsrichter zogen sich immer mehr den Unmut der Towers-Fans zu. Nachdem der starke Hamburger Youngster Justus Hollatz (sechs Punkte, drei Rebounds, vier Assists, sechs Steals) verletzt liegen geblieben war, nutzte Nate Linhart die Überzahl zum 59:49. Und fünf Zähler von der Freiwurflinie ließen den Vorsprung weiter wachsen. Die von den Hausherren durch einen Schaffartzik-Dreier und einen Monsterdunk von Prince Ibeh zum 55:64 erhoffte Initialzündung blieb aus, weil kurz vor Viertelende Robinson wieder für eine zweistellige Führung sorgte.

Ein Dreier von Bryce Alford nahm den Hansestädtern dann weiteren Wind aus den Segeln. Yannick Franke drückte den Rückstand zwar noch einmal unter die Zehn-Punkte-Marke (62:71/33.), von zwei Freiwürfen verwandelten die Hamburger jedoch oft nur einen. Und als ein Franke-Dreier sein Ziel verfehlte, war es endgültig um den hartnäckigen Aufsteiger geschehen, der aus der Distanz nur sechs seiner 28 Versuche traf. Bessere Entscheidungen auf Bayreuther Seite brachten beim 89:66 die höchste Führung. Zur Hälfte ging der 18:4-Lauf auf das Konto von Lukas Meisner, der mit 18 Punkten seine BBL-Bestleistung erzielte. „Das ganze Spiel war ein Kampf“, sagte der stärkste Bayreuther. „Am Anfang haben sie uns ganz schön vor den Kopf geschlagen. Aber wir haben den Kampf dann angenommen, und am Ende sind wir das bessere Team.“

Starker Beginn von Carrera

3:13 hatten die Gäste nach vier Minuten zurückgelegen, weil sie gegen die sich gut bewegende Towers-Defense keine guten Positionen fanden und Hamburgs Nachverpflichtung Michael Carrera die von ihm erhoffte Energie brachte. Sieben Punkte, ein angenommenes Offensivfoul und ein Ballgewinn lautete bis dahin die Bilanz des venezolanischen Nationalspielers, der es danach aber immer mehr übertrieb (3/9 Feldwürfe) und im letzten Viertel nach einem Ellenbogenschlag gegen Nate Linhart schließlich mit einem disqualifizierenden Foul vom Feld musste.

Diese Entscheidung der Schiedsrichter ging im Gegensatz zu einigen anderen völlig in Ordnung. Eine davon war ein unsportliches Foul, das Marvin Ogunsipe bei seinem Block gegen Evan Bruinsma begangen haben soll und das die Bayreuther mit vier Punkten zum 22:23-Anschluss (14.) nutzten. Die erste Führung für das Medi-Team (27:26/16.) in der insgesamt zerfahrenen Partie mit 57 Fouls (Hamburg 30, Bayreuth 27), 62 Freiwürfen (28:34) und 40 Ballverlusten (17:23) stellte dann Bryce Alford her – mit einem verwandelten Freiwurf.

Statistik

Hamburg Towers: Franke (7 Punkte / 13:49 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: -15), IBEH (7 / 19:33 / 0), BEECH (8 / 32:56 / -18), WALKER (0 / 6:10 / 8), GUTIERREZ (23 / 29:58 / -20), Schaffartzik (12 / 26:00 / -7), Kindzeka, Müller (0 / 11:50 / -3), Freese (6 / 13:20 / -12), Hollatz (6 / 12:24 / 9), CARRERA (8 / 19:15 / -9), Ogunsipe (4 / 14:45 / -3); Feldwurfquote: 29/61 (48 Prozent), davon 6/28 Dreier (21 Prozent): Schaffartzik (3/8), Beech (1/3), Gutierrez (1/3), Franke (1/4); Freiwürfe: 17/28 (61 Prozent); Rebounds: 17 defensiv, 11 offensiv (Beech 5/1, Schaffartzik 3/3); Assists: 16 (Schaffartzik 5); Ballgewinne: 13 (Hollatz 6); Ballverluste: 17 (Gutierrez 3); Effektivität: 79 (Gutierrez 19, Hollatz 16, Schaffartzik 14, Beech 13).

Medi Bayreuth: ROBINSON (12 / 23:18 / 4), WOODARD (7 / 24:18 / 16), Doreth (12 / 16:42 / 10), SEIFERTH (6 / 20:42 / 8), Meisner (18 / 27:51 / 22), Alford (19 / 23:57 / 2), TRAVIS (10 / 20:24 / 4), Raffington (0 / 3:17 / -8), Bruinsma (4 / 7:46 / 2), LINHART (6 / 25:54 / 9), Grüttner Bacoul (1 / 5:51 / 1); Feldwurfquote: 29/52 (56 Prozent), davon 9/23 Dreier (39 Prozent): Alford (3/7), Meisner (2/2), Doreth (2/3), Robinson (1/2), Woodard (1/6); Freiwürfe: 28/34 (82 Prozent); Rebounds: 28 defensiv, 7 offensiv (Linhart 3/4, Meisner 4/1); Assists: 13 (Robinson 5); Ballgewinne: 6 (Linhart 3); Ballverluste: 23 (Linhart 5); Effektivität: 97 (Meisner 19, Robinson 14, Doreth 14, Alford 13, Seiferth 10, Linhart 10).

SR: Krause, Arik, Gutting; Zuschauer: 3400 (ausverkauft).

Stationen: 13:3 (4.), 16:5 (7.), 17:15 (9.), 18:15 (1. Viertel), 21:15 (12.), 23:22 (14.), 26:28 (16.), 29:33 (17.), 37:35 (18.), 37:41 (20.), 41:41 (Halbzeit), 45:45 (22.), 45:55 (25.), 49:64 (29.), 55:66 (3. Viertel), 62:71 (33.), 66:89 (38.), 76:91 (39.), 81:95 (Ende).

 

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