Kommentar Kujalas Entlassung bei den Tigers alternativlos

Ein Bild aus besseren Tagen: Matthias Wendel (links) und Petri Kujala nach erfolgreicher Playdown-Serie gegen Deggendorf im Jahr 2018. Foto: /Peter Kolb

Die Entlassung von Trainer Petri Kujala bedeutet einen herben Verlust für den Standort Bayreuth – vor allem menschlich. Rein sportlich gesehen war der Wechsel auf der Kommandobrücke überfällig. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache, meint unser Autor.

Eishockey - Auch bei seiner letzten und krachendsten Niederlage in Bayreuth ist sich Petri Kujala treu geblieben. Haltung bewahrend, Verständnis aufbringend, ganz im Stile eines Sportsmanns nahm der Coach seine Entlassung zur Kenntnis. Sollte es stimmen, dass sich die wahre Größe eines Menschen in der Niederlage zeigt, so hat der Eishockey-Standort am Donnerstagmorgen einen herben Verlust erlitten. Das wissen vor allem die, die mit dem Finnen näher zu tun hatten, ihn schätzten für seine Freundlichkeit, für seine Verlässlichkeit, für seinen feinen Sinn für Humor.

Um aber deren Tränen schnell wieder zu trocknen, reicht ein nüchterner Blick auf das, woran sich ein Profi-Trainer gemeinhin messen lassen muss: Zahlen und Entwicklungen. Und die sprechen eine deutliche Sprache. Sieben Nullnummern in Folge, magere 1,06 Punkte im Schnitt, in sechs Wochen runter von Platz fünf auf 13. Ein Rückschritt folgte dem nächsten.

Playoffs in weiter Ferne

Und dabei hatten die Tigers doch vor der Saison kräftig investiert und waren mit dem Vorsatz angetreten, dass alles besser werden soll als zuvor. Die Realität sieht anders aus. 20 Spieltage vor Saisonende sind die Playoffs in weiter Ferne. Insofern war der Wechsel auf der Kommandobrücke überfällig und das einzig richtige Werkzeug, um noch eine Trendwende einzuleiten.

So nachvollziehbar Kujalas Entlassung ist, so fragwürdig ist aber auch die Ouvertüre dazu. Mit der Maßnahme, dem vor zweieinhalb Wochen bereits angezählten Coach vor dem Kaufbeuren-Spiel noch einmal das Vertrauen auszusprechen, um ihn kurz danach doch zu entlassen, hat sich Tigers-Chef Matthias Wendel keinen Gefallen getan. Egal welche Gründe seiner doppelten Kehrtwende auch zugrunde liegen, sie hat den sonst so geradlinigen Tigers-Chef ein Stück Glaubwürdigkeit gekostet.

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