Die letzte Sanierung der Klaussteinkapelle lag mehr als 50 Jahre zurück. Der jetzige Putz sei 1962 aufgetragen, das Ziegeldach letztmals 1950 gedeckt worden, sagt Peter Zeh, seit dem Jahr 2005 Pfarrer von Kirchahorn. An der Westseite der Außenfassade war der Pilzbefall zuletzt nicht mehr zu übersehen. An der Südseite waren sogar große Teile des Putzes abgeplatzt. Das Mauerwerk lag offen und war Wind und Wetter ausgesetzt.

Neuer Außenputz

Neben dem neuen Außenputz mussten auch das Dach neu gedeckt, die Bänke gestrichen, sowie Elektrik und Beleuchtung erneuert werden. Auch eine neue Blitzschutzanlage sei durch die exponierte Lage dringend notwendig geworden. Mächtig gelitten hatte das Innere der Kapelle, an mehreren Stellen war bereits Feuchtigkeit eingedrungen. Nicht zuletzt gibt es jetzt auch eine moderne Alarmanlage.

 93 000 Euro Eigenanteil

Den größten Teil der Kosten muss die Kirchengemeinde mit rund 93 000 Euro aus Rücklagen, Spendenaktionen und dem Kirchgeld selbst tragen. „Das Kirchgeld werden wir noch einige Jahre dafür verwenden müssen“, sagt Pfarrer Zeh.

Geld von der Landeskirche

Größter Zuschussgeber ist die evangelische Landeskirche mit 55 000 Euro. Dazu kommen weitere Zuschüsse der Oberfrankenstiftung (45 000 Euro), der Bayerischen Landesstiftung (21 000 Euro), der Stiftung für Denkmalpflege (11 800 Euro) und der politischen Gemeinde Ahorntal (10 000 Euro). Beim Landkreis Bayreuth sei ebenfalls ein Zuschuss beantragt worden.

Wichtiges Kulturdenkmal

Bei der Klaussteinkapelle handelt es sich um ein wichtiges Kulturdenkmal von überörtlicher Bedeutung. Taufen und Hochzeiten werden hier gern abgehalten. „Die Klaussteinkapelle ist eine der ältesten Kirchen der Fränkischen Schweiz“, so Pfarrer Zeh. Viele Menschen aus dem Nürnberger Land kämen regelmäßig zu Trauungen und Taufen hierher, aber auch aus Brasilien und aus Shanghai seien schon Gläubige eigens zu Trauungen und Taufen angereist. Im Sommer gibt es einmal im Monat einen Gottesdienst und am Nikolaustag versammeln sich die Kinder der Umgebung in der Kapelle, um eine fröhliche Nikolausandacht zu feiern und somit dem Namenspatron der Kapelle, dem heiligen Nikolaus, zu würdigen. Auch als kleiner Konzertsaal hat sich die Klaussteinkapelle einen Namen gemacht, sie ist beispielsweise regelmäßiger Aufführungsort für Kammermusik im Rahmen der Pegnitzer Sommerkonzerte.

Das Kirchenschiff ist im Kern romanisch mit einem kleinen spätgotischen Chor im Osten, dem ursprünglichen Altarraum, der heute als Sakristei dient. Die Kapelle wurde im 18. Jahrhundert im Sinne des Barocks umgestaltet. Statt des gotischen Choraltars kam 1723 ein viersäuliger Kanzelaltar des Auerbacher Bildschnitzers Johann Michael Doser in die Kapelle.

Die Geschichte der Kapelle geht zurück bis in das Jahr 1139. In diesem Jahr wurde erstmals eine Kapelle in der Burg „derer von Ahorn“ genannt. 1272 erlosch das Geschlecht und die Herren von Rabenstein übernahmen die Kapelle.

Silbernes Glöcklein im restaurierten Glockenturm

Seit 1390 gilt sie nicht mehr als Burgkapelle, sondern als eigenständiger Sakralbau. Bei der Reformation wurde die römisch-katholische St.-Nikolaus-Kapelle 1566 unter den Rabensteinern evangelisch-lutherisch und gehört heute als Filialkirche zu Kirchahorn.

Eine Besonderheit der Klaussteinkapelle ist auch das silberne Glöcklein in dem restaurierten Glockenturm, der wie seit Jahrhunderte die Gläubigen zu Gebet und Gottesdienst ruft. Dafür ist Marga Neuner zuständig.

Die 77-Jährige ist seit über 50 Jahren als Mesnerin und Kirchenführerin der Klaussteinkapelle tätig. Um in die Kapelle zu gelangen, muss jeder Besucher, erst durch das landwirtschaftliche Anwesen der Familie Neuner spazieren. „Das war schon immer so“, sagt Marga Neuner, die sich auch Dichterin und Buchautorin („Klaussteiner Horizonte“) einen Namen gemacht hat.