Sprache lernen durch Kontakte: Die Themen und Herausforderungen geflüchteter Frauen sind im Laufe der Jahre gleich geblieben: So organisieren die Mitglieder beispielsweise Hilfe bei Umzügen, halten Sprachkurse für arabische Kinder, helfen im Jugendamt als Dolmetscherinnen oder beraten bei Fragen bezüglich Kindergarten oder Schulbildung. Sie besuchen die Gemeinschaftsunterkünfte und nehmen Neuangekommen in Empfang. Dieses Netzwerk ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. „Manchmal kann die Unterstützung von Menschen, die auch schon in ähnlichen Situation waren, wirksamer und hilfreicher sein. Sie können schneller und realistischer einschätzen, welche Informationen benötigt werden und bei Bedarf übersetzen“, sagt Antonia Beyerlein. Denn der Spracherwerb bilde auch heute, nach über zehn Jahren Erfahrung in der Integration von Menschen aus Bürgerkriegsstaaten eine Herausforderung. Viele Geflüchtete aus Syrien oder dem Irak etwa müssen lange auf eine Arbeitserlaubnis warten. Diese aber wäre unschätzbar wertvoll, um Kontakte zu knüpfen und in der Kommunikation die Sprache zu lernen und zu trainieren. Darin sind sich die Teilnehmerinnen einig. Aus eigener Erfahrung wissen sie, dass zum Beispiel die Begegnungen und Gespräche mit den Kulmbacherinnen und Kulmbachern nicht nur ihr Deutsch schulen, sondern auch Perspektiven eröffnen. So wirken die Frauen etwa regelmäßig bei der interkulturellen Woche des Landkreises Kulmbach oder an verschiedenen Kochabenden im MUPÄZ mit.