In Weißenstadt Entscheidung am Campingplatz gefallen

Sascha Fuchs
Dort, wo am Campingplatz eigentlich Poller hätten stehen sollen, befindet sich nun eine Schranke. Foto: Florian Miedl

Über Monate hinweg zog sich die Diskussion um die Durchfahrt durch das Gelände am Weißenstädter See. Nun scheint eine Lösung gefunden zu haben, mit der alle Parteien leben können.

 
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Lange Zeit hat die Weißenstädter Bürger, aber auch die Camper und die Stadt selbst ein Thema beschäftigt, bei dem nun endlich eine finale Entscheidung getroffen ist: die Durchfahrtsregelung auf dem Campingplatz. Zu viele Autos sind über einen zu langen Zeitraum zu schnell durch die Spielstraße gefahren – Schrittgeschwindigkeit war dabei oft Fehlanzeige. Die Stadt sah sich in der Pflicht zu handeln. Gar nicht auszumalen, was passieren könnte, wenn beispielsweise ein Kind über die Straße läuft und ein unachtsamer Autofahrer gerade über die Straße durch den Campingplatz brettert. Eine neue Durchfahrtsregelung musste her.

Poller am Ausgang des Campingplatzes in Richtung des Fußballplatzes und der Sparnecker Straße sollten die Lösung sein. Diese hätten aber verhindert, dass überhaupt irgendjemand durch den Campingplatz fahren kann. Die Kritik der Bürger: Die Stadt habe über ihre Köpfe hinweg und ohne einen vernünftigen Austausch miteinander etwas entschieden, das große Nachteile für die Anwohner mit sich bringt. Markierungen auf dem Asphalt waren bereits zu sehen, dort hätten die Poller einmal stehen sollen. Doch nach dem heftigen Gegenwind – unter anderem gab es eine Unterschriftenaktion – blieben die Poller dann doch vorerst weg, die Entscheidung wurde vertagt.

Diskussionen bei der Bürgerversammlung

Bei der Bürgerversammlung vor wenigen Wochen machten die Bürger dann ihrem Unmut Luft. Zu diesem Zeitpunkt war am Campingplatz, dort wo die Poller stehen sollten, bereits eine neue Schranke errichtet, allerdings war sie geöffnet. Der zweite Bürgermeister Matthias Beck sicherte ein weiteres Gespräch zwischen ihm, den Anwohnern und auch den Campern zu.

Dieses hat mittlerweile stattgefunden, und man erarbeitete gemeinsam eine Lösung – einen Kompromiss, mit dem alle Parteien einverstanden sind.

Die Durchfahrt durch den Campingplatz wird demnach künftig im Zeitraum saisonal vom 1. Mai bis zum 31. August mittels der vorhandenen Beschränkung sowie mit einer eindeutigen Beschilderung gesperrt.

„Die Stadtverwaltung wird hierzu zeitnah ein Beschilderungskonzept unter Beteiligung der zuständigen Behörden erarbeiten und umsetzen“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Stadt. Zusätzlich werde man im Bereich des Campingplatzes geeignete Bodenschwellen zur weiteren Verkehrsberuhigung installieren. Außerhalb des genannten Zeitraums ist die Schranke dann offen, die Beschilderung bleibt das ganze Jahr über bestehen.

Saisonale Lösung

„Wir haben sehr intensiv miteinander diskutiert“, sagt Matthias Beck zu der Campingplatz-Lösung. „Im Gespräch mit den Campern und den Anwohnern kam es letztendlich zu dem Kompromissvorschlag, die Schranke saisonal einzusetzen. Ich denke, damit ist jeder zufrieden.“

Anrainer mit einem „berechtigten Durchfahrtsinteresse“, auch während der saisonalen Sperrung, können dann gegen eine Kaution einen Schlüssel beantragen, mit dem sie die Schrankenanlage öffnen und wieder schließen können. „Dabei geht es uns vor allem um Grundstücks- beziehungsweise Teichbesitzer. Wer einen Schlüssel für die Schranke bekommt, muss individuell geklärt werden“, erklärt Beck.

Zusätzlich werde die Stadt Weißenstadt einen Antrag bei den zuständigen Verkehrsbehörden stellen, den Einmündungsbereich von und zur Sparnecker Straße auf Tempo 60 zu begrenzen. Damit kommt die Stadt einem weiteren Kritikpunkt der Bürger nach, die bei jener Einmündung ein großes Gefahrenpotenzial sahen. Auf dem Abschnitt gilt nämlich aktuell Tempo 100, und die Einmündung befindet sich in einer unübersichtlichen Kurve – ein Unfall ist schnell passiert.

Matthias Beck ist guter Dinge, dass die Wogen in Weißenstadt nun geglättet sind. „Die Gespräche miteinander waren dringend notwendig, sie verliefen konstruktiv und gut. Ich hoffe, mit unserer Entscheidung fühlt sich nun jeder wahrgenommen.“

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