Gemeinderat Ahorntal Den Gürtel künftig enger schnallen

Vor der Gemeinderatssitzung im Ahorntal legte Bürgermeister Florian Questel (links) bei den freiwilligen Selbsttests mit Hand an und nahm unter anderem bei Gemeinderat Martin Thiem (rechts) einen Nasenabstrich vor. Danach hieß es warten aufs Ergebnis. Foto: Frauke Engelbrecht

Erstmals wurden vor der Sitzung des Gemeinderates Ahorntal freiwillige Selbsttests angeboten, um zu verhindern, dass ein Gremiumsmitglied eventuell infiziert dabei ist.

Ahorntal - Es war ein anderer Auftakt zur Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend, als bisher. Angesichts der wieder steigenden Zahlen von Corona-Fällen hatte sich Bürgermeister Florian Questel (Grüne) dazu entschieden, vor dem Zutritt zur Mehrzweckhalle einen freiwilligen Selbsttest anzubieten. Die Malteser Waischenfeld hatten sich kurzfristig angeboten, die Tests durchzuführen, aber auch der Bürgermeister selbst nahm Abstriche vor. Das medizinische Hintergrundwissen hat er als gelernter OP-Pfleger dazu. Ergebnis: Alle Tests waren negativ.

Projekte in Planung

Hauptthema der Sitzung war dann die Verabschiedung des diesjährigen Haushaltes, wobei sich der Bürgermeister erleichtert zeigte, dass dies heuer schon Mitte März möglich war. Vergangenes Jahr war man später dran. „Viele Projekte sind in Planung und viele wurden auf den Weg gebracht“, so Questel. Der Gemeinde ginge es grundsätzlich finanziell gut, aber in der Vergangenheit sei vieles nur inkonsequent angegangen worden. Die Mammutprojekte jetzt seien der Neubau des Rathauses und der Krippe mit Hort. „Manche Entscheidungen dauern etwas länger, aber wir greifen mutig zu und lösen“, sagte er in seiner Haushaltsrede. Man sei bürger- und familienorientiert, auch wenn das mit Kosten verbunden sei. Nur so könne man auch mit einem Einwohnerzuwachs rechnen. „Die Gemeinde muss langfristig in die Zukunft schauen.“

Bedarf an Bauplätzen

Das sei auch im Hinblick auf Bauplätze festzustellen. Hier sei der Bedarf groß, aber manche Ortschaften seien an ihre Grenzen gekommen und man brauche Einzellösungen. „Baurecht ja, aber wir müssen da auch Grenzen setzen“, betonte Questel. Man müsse Stabilität und Wachstum garantieren. Auch beim geplanten Rathausneubau habe man bislang viele brauchbare Ergebnisse erzielen können. „Wir mussten da erst viele Scherben aufkehren.“ Grundsätzlich müsse man sich beim Haushalt darauf einstellen, den Gürtel enger zu schnallen und die freiwilligen Leistungen genau zu analysieren.

Keine Kreditaufnahme

Ins Detail ging Kämmerer Dietmar Linhardt dann in Sachen Zahlen. So schließt der Verwaltungshaushalt mit 4,15 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt mit 3,03 Millionen Euro ab. „Der Schuldenstand wird bis Ende des Jahres um 86 300 Euro auf 419 896 Euro sinken“, so Linhardt. Eine Kreditaufnahme ist heuer nicht geplant, aber für die kommenden beiden Jahre – 2,3 Millionen Euro 2022 und 3,3 Millionen Euro 2023 – vorgesehen.

Rathausneubau größter Posten

Dieses Jahr können die geplanten Investitionen noch aus den gebildeten Rücklagen entnommen werden. Größte Posten sind der Rathausneubau, für den 390 000 Euro eingestellt wurden sowie die neue Krippe mit Hort. Hier sind 365 000 Euro veranschlagt, nächstes Jahr sind drei Millionen notiert. Für die Feuerwehren sind 119 600 Euro für allgemeine Beschaffungen, ein Mehrzweckfahrzeug, Meldeempfänger und Absauganlagen unter anderem eingeplant.

Der Haushalt für dieses Jahr wurde abschließend ohne weitere Diskussion einstimmig vom Gremium verabschiedet.

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