Festspiele: Daniel Kirch Ein gemütliches Bett im „Herbert von Caravan“

Daniel Kirch vor seinem Caravan. Foto: /Roman Kocholl

An ihm verdienen die Bayreuther Hotels nichts: Daniel Kirch ist mit Caravan nach Bayreuth gereist. Im nächsten Jahr soll es dann aber doch eine richtige Wohnung sein.

Mehrere Wochen im Hotel zu verbringen – das kommt für Daniel Kirch nicht infrage. Zwar hat der Wagner-Sänger dies bei der ein oder anderen Opernproduktion bereits gemacht, doch für diesen Sommer in Bayreuth war dies keine Option.

Der Tenor gibt in diesem Jahr sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen. In der Neuproduktion von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ singt er im „Rheingold“ den Loge.

Abgesehen vom Festspielhaus hat Daniel Kirch in Bayreuth bereits auch den ein oder anderen Parkplatz gut kennengelernt, denn er ist mit einem Wohnmobil angereist, das er auf den Namen „Herbert von Caravan“ getauft hat. So kann man ihn auf dem Grünen Hügel oder auch mal auf dem Parkplatz an der Therme Obernsees antreffen.

Die Luft ist rein

Davon abgesehen, dass Übernachtungspreise in Bayreuth zur Festspielzeit ziemlich hoch sind, zählen für den Festspielsänger die Argumente Freiheit und Unabhängigkeit. Die erlebt er vor allem dann, wenn sich nach den Proben der Platz geleert hat oder wenn er frühmorgens nach dem Aufwachen vor die Tür seines Fahrzeugs in die Natur tritt. Dann ist die Luft auf dem Grünen Hügel rein wie selten. Als Sänger des Loge verfügt er im Festspielhaus über eine eigene Garderobe mit Dusche. „Aber ich freue mich jeden Abend, wenn ich in das Bett da oben krieche“, sagt Kirch.

Der Kölner, der das Jahr über auf Mallorca lebt, ist nicht der einzige Festspielsänger, den man hier im Wohnmobil antreffen kann. Auch seinen Kollegen Klaus Florian Vogt hat man schon mit Wohnmobil gesehen.

Von Karajan geprägt

Daniel Kirch hat an vielen großen Opernhäusern gesungen, wie etwa der Mailänder Scala, der Semperoper Dresden oder der Wiener Staatsoper. In seinem ersten Bayreuth-Jahr gab es für den Tenor bereits ein Wiedersehen mit seinem einstigen Kölner Lehrer, dem langjährigen Festspielsänger Hans Sotin, der in Bayreuth wohnt. Man traf sich zu Ente mit Klößen und Kraut. Und schwelgte in Erinnerungen.

Wie er auf den Namen Herbert von Caravan gekommen ist? Schwer zu sagen. Jedenfalls hat Kirch bereits als Zehnjähriger Schallplatten des berühmten Dirigenten gehört. Wohl eine tief sitzende Prägung.

Bei aller Wohnmobil-Idylle gibt Kirch aber auch gern zu, dass er sich doch auch wieder auf ein richtiges Bett und eine richtige Badewanne freut.

Und mit Blick auf den Sommer 2023 in Bayreuth steht für ihn fest: „Dann brauche ich eine Wohnung.“

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