Festspiel-Diskurs Neue Formate

Foto: Bayreuther Festspiele/Konrad Fersterer

KOMMENTAR. Bekanntlich scheint das Programm der Bayreuther Festspiele mit den bewährten Opern Richard Wagners in Stein gemeißelt zu sein. Doch keiner weiß, wie lange dieses Konzept noch trägt.

Umso wichtiger, dass im Rahmenprogramm der Festspiele auch neue Formate ausprobiert werden. Etwa in der Reihe Diskurs Bayreuth. Vieles drehte sich in diesem Festspielsommer um Siegfried Wagner, der vor 150 Jahren geboren wurde.

Dabei zeigten sich zwei unterschiedliche Herangehensweisen: Der Internationale Siegfried Wagner-Verband setzte mit seinen Konzerten und Opernaufführungen auf die gewohnten Formate. Oft stellte sich der Eindruck von Routine ein.

Dass die Programme beim Publikum Begeisterungsstürme ausgelöst hätten, kann man nun wirklich nicht behaupten. Was überdies bei manchem Konzertbesucher für Ärger sorgte war, dass das Konzert im Opernhaus ursprünglich mit einem Sinfonieorchester angekündigt wurde, tatsächlich aber nur wenige Solisten mit Klavierbegleitung zu hören waren.

In der Reihe Diskurs ging man anders vor. Rückblickend kann man die Festspielleitung dazu beglückwünschen, dass man im Jubiläumsjahr keine Oper von Siegfried Wagner auf die Beine gestellt hat, sondern Feridun Zaimoglu den Auftrag für ein neues Theaterstück über den zu Ehrenden erteilt hat.

Man ging damit scheinbar ein höheres Risiko. Und hat viel gewonnen: Begeisterung bei einem großen Teil der Besucher, überregionale Aufmerksamkeit und sogar das derzeit so heiß umworbene jüngere Publikum. Die hochprofessionelle, großstädtische Art des Theaterspielens ist in Bayreuth gut angekommen.

So soll es auch im nächsten Jahr weitergehen, wenn im Festspielhaus ein Videoprojekt realisiert werden soll. Freilich sollte man das Neue nicht gegen das Alte ausspielen. Denn: Die Mischung macht’s.

roman.kocholl@kurier.de

 

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