Diesmal hatte er für sie eine kleine Schultüte. Sie verteilte einen Stein – weil sie einen Stein im Stück schmeißen muss – und Schokolade. „Das ist dann wie Weihnachten“, erzählt er.
Schenke spielt lieber Theater, als im Fernsehen. Auf der Bühne kann er das Publikum mit einbeziehen, in der Fernsehrolle wird den ganzen Tag nur ein ganz kleiner Teil gedreht, immer wieder und am Ende erfährt er gar nicht, wie der Zuschauer reagiert hat. Und Schenke spielt lieber Komödien. „Bei einer Tragödie fahre ich immer deprimiert nach Hause“, sagt er. Die Rolle nimmt ihn mit, er muss mehr Schauspielkunst zeigen, sehr geerdet sein. „Die Komödie flutscht so“, sagt er.
Zitate prägen sich ein
Als die Festspiele in Kronach vorletztes Jahr abgesetzt wurden und sich dann die Gelegenheit in Pegnitz anbot, hat er Intendant Daniel Leistner zugesagt, dass er mitgehen, spielen würde. Und die beiden können gut miteinander, wissen, was der andere jeweils kann und möchte. So war es auch bei dem Molière-Stück. Leistner hatte es umgeschrieben und wusste, dass Schenke die Rolle ideal spielen würde.
Kann er noch die Texte aus allen Rollen, die er jemals gelernt hat? Nein, sagt Schenke, nur manche Zitate prägen sich ein. „Was ich sagen wollte, ist“ – das kam so ziemlich in jeder seiner Rollen vor. „Jeder Intendant macht die Rolle anders“, sagt er. Bei Leistner hat er die „Schule der Frauen“ so gespielt, wie der es wollte. Bei jemand anderem kann sie ganz anders ausschauen.
Nach den Aufführungen muss Schenke erst mal runterkommen. Bis er dann nach Bayreuth heimgefahren ist, hat er das meist geschafft. Zehnmal hat er schon den Herrn Arno in dieser Saison gespielt, sieben Aufführungen kommen noch. Die letzte ist nicht einfach. Da ist ein Lebensabschnitt auf einmal vorbei, Leute, mit denen man intensiv zusammengearbeitet hat, gehen auseinander. „Das ist schon traurig“, sagt Schenke.
Aber man muss sich eben von der Rolle mal verabschieden. Dieses Wochenende steht er aber erst mal wieder auf der Bühne. Und wenn es so ist, dann eben auch bei strömendem Regen. Das ist Schenke egal. Er spielt für das Publikum.
Info:Weitere Infos unter www.faust-festspiele-pegnitz.de. Karten gibt es dort oder an der Abendkasse.