Er sagte aus: „Ich möchte aber vielleicht noch etwas ergänzen. Ich war damals Tatverdächtiger wegen Kindsmordes an dem Kind Bernd B. Mein Bootsmotor wurde damals in der Nähe der Leiche gefunden und ich soll diesen damals da hingelegt haben. Mir wurde das Boot aber vorher gestohlen und ich hatte es vor dem Verschwinden des Jungen schon seit einer Woche gesucht. Ich gehe davon aus, dass mir das jemand in die Schuhe schieben wollte. Ich habe das damals nicht angezeigt, weil ich das Boot selbst nicht gekauft und keine Belege mehr hatte.“ Er vermutete, dass Böhnhardt den kleinen Bernd B. ermordet hatte.
Teddybär, Kindersandale und Spielzeug-Wasserpistole im Wohnmobil
Böhnhardt war im Februar 1993 wegen Diebstahls und Körperverletzung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden und kam wenige Wochen vor Bernd B.s Verschwinden frei. Er war damals erst 15 Jahre alt, galt aber als äußerst gewaltbereit. Böhnhardt wurde zu dem Fall als Zeuge befragt, er wurde aber nicht als Beschuldigter geführt. Seit 2014 ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera nun wieder in dem Fall. Es gebe „verbesserte Möglichkeiten, Spuren auszuwerten“.
Im Wohnmobil, mit dem die beiden Uwes zu ihrem Überfall auf eine Sparkasse in Eisenach fuhren, fanden sich ein Teddybär, eine Kindersandale und eine Spielzeug-Wasserpistole. Gegen die mutmaßliche Komplizin Beate Zschäpe, läuft in München der NSU-Prozess.
Eilig einberufene Pressekonferenz
Polizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth luden noch Donnerstagnacht zu einer eilig einberufenen Pressekonferenz. Allerdings gab der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel „nur ein Statement, aber keine weiteren Nachfragen“. Zu frisch seien die Erkenntnisse nach dem DNA-Fund bei Peggys Gegenständen. Auch für Freitag würden keine weiteren Informationen zu erwarten seien. Die Ermittlungen hätten gerade erst begonnen. Ob die Spur überhaupt in Verbindung mit dem Tod von Peggy stehe, müsse erst ermittelt werden, so Potzel.

Dasselbe Labor
Auch wenn DNA-Spuren im allgemeinen ein hoher Beweiswert zugesprochen wird, besteht aller Grund zur Zurückhaltung. Nach bislang vorliegenden Informationen wurden die Spuren im Mordfall Peggy im selben Labor untersucht, in dem einst auch die sterblichen Überreste von Uwe Böhnhardt obduziert wurden. Deshalb ist auch die Möglichkeit einer Übertragung von Spuren nicht ganz ausgeschlossen.
DNA-Phantom
Die Ermittlungsbehörden sind durch den Fall eines DNA-Phantoms gewarnt, das die Kripo in ganz Deutschland über 15 Jahre genarrt hatte. Die Ermittlungsbehörden waren auf der Spur einer Frau, die ab 1993 praktisch in ganz Europa rücksichtslose Kapitalverbrechen der verschiedensten Art begangen haben sollte. An über 40 Tatorten wurde ihre DNA gesichert, darunter bei der Erschießung der Polizistin Michelle Kiesewetter in Heilbronn.
Erst 2008 wurde die Identität der Frau gelüftet. Es war eine Mitarbeiterin eines Betriebes im Landkreis Kronach, der Wattetupfer herstellte, mit der DNA-Proben genommen wurden. Bei der Produktion war ihre DNA auf die Tupfer übertragen worden. Später stellte sich heraus, dass die Erschießung von Kiesewetter einer der NSU-Morde gewesen war. Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatten es auf die Dienstwaffe der Beamtin abgesehen. Sie wurde später in ihrer Hinterlassenschaft gesichert.
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