Emil Warburg-Preise Wie laut ist ein Windrad?

Nach der Verleihung der Emil Warburg-Preise (von links): Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger, Dr. Florian Ungar, Dr. Stefan Holzheu, Michael Heimler, Dr. Christian Bächer und Professor Walter Zimmermann. Foto: Ralf Münch

Endlich wieder eine Veranstaltung mit leibhaftigen Besuchern im Hörsaal: Am Dienstag überreichte Thomas Ebersberger, Bayreuther Oberbürgermeister und Vorstandsvorsitzender der Emil Warburg-Stiftung, an der Uni Bayreuth die Emil Warburg-Forschungs- und Technikpreise 2020 und 2021.

Bayreuth - Der Emil Warburg-Forschungspreis geht an Dr. Florian Ungar und Dr. Christian Bächer für ihre Promotionen auf dem Feld der Theoretischen Physik. Michael Heimler (Technischer Mitarbeiter der Heliumanlage) und Dr. Stefan Holzheu (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung) erhalten den Emil Warburg-Technikpreis.

Dr. Florian Ungar: Mit dem Forschungspreis 2021 wird der Physiker Florian Ungar für seine mit summa cum laude bewertete Doktorarbeit ausgezeichnet. Der Hauptforschungsschwerpunkt während seiner dreijährigen Promotionszeit war die Beschreibung verdünnter magnetischer Halbleiter. Dies sind normale Halbleiter, in die magnetische Störstellen eingebracht werden, die wie winzige nur nanometer-große Magnete wirken. Solche Materialien interessieren aktuell vor allem wegen der Möglichkeiten, durch die im Material befindlichen Magnete Einfluss auf den Spin der Halbleiter-Elektronen nehmen zu können.

In der Laudatio heißt es: „Dr. Ungars Forschungsaktivitäten sind sehr umfangreich und von großer forscherischer Eigenständigkeit geprägt. Dr. Ungar ist an beeindruckenden insgesamt zwanzig Publikationen in angesehenen internationalen Fachzeitschriften beteiligt, bei zehn davon als Erstautor. Darüber hinaus erhält er regelmäßig große Anerkennung vom Fachpublikum für seine klaren Vorträge auf internationalen Tagungen. Neben seiner herausragenden Forschungstätigkeit hat Herr Ungar sich auch um die Lehre verdient gemacht, was unter anderem durch den von der Studentenschaft verliehenen Preis der „Goldenen Kreide“ gewürdigt wurde.

Dr. Christian Bächer: Auch Christian Bächer wird für seine mit summa cum laude bewertete Doktorarbeit mit dem Forschungspreis ausgezeichnet. Seine Doktorarbeit trägt den Titel „Blutplättchen in der Mikrozirkulation – eine theoretische und computergestützte Untersuchung“. Blutplättchen, auch Thrombozyten genannt, sind kleine Zellen, die permanent in unserem Kreislauf zirkulieren. Ihre Aufgabe ist es, darüber zu wachen, dass die Gefäßwände überall intakt bleiben. Im Falle einer Verletzung werden sie sofort aktiv, um die verletzte Stelle abzudichten. Da ihre Lebensdauer mit circa sieben Tagen sehr kurz ist, müssen sie permanent nachproduziert werden.

In der Laudatio heißt es: „Herrn Bächers Doktorarbeit ist von hoher Interdisziplinarität geprägt. Die Verbindung zu Biologie und Medizin ist offensichtlich. Die Entwicklung der nötigen Simulationsprogramme berührt er jedoch auch Bereiche der Mathematik und der Informatik. Für seine Vorträge auf internationalen Konferenzen erhält Herr Bächer regelmäßig sehr positive Rückmeldung seiner Fachkollegen.“

Michael Heimler: Der Träger des Technikpreises arbeitet seit 1982 an der Universität Bayreuth und betreut seit 2011 die Heliumanlage. Heimler ist hauptsächlich zuständig für den organisatorischen Ablauf im Umfeld des Verflüssigers. In der Laudatio heißt es: „Eine zuverlässige Versorgung der wissenschaftlichen Experimente und Praktika mit flüssigem Helium trägt dazu bei, eine international konkurrenzfähige Forschung und eine gute Ausbildung sicher zu stellen. Damit trägt Herr Heimler mit seinem Einsatz und Engagement maßgeblich zur erfolgreichen Forschung und Lehre an der Universität Bayreuth bei.“

Dr. Stefan Holzheu: Der Preisträger hat dazu beigetragen, dass ein physikalisches Thema – die Nutzung von Windenergie und die dabei entstehenden Schallemissionen – korrekt betrachtet und die wissenschaftlichen Tatsachen in der Öffentlichkeit inhaltlich richtig wiedergegeben werden.

Holzheu, der sich in Zusammenhang mit der Diskussion über die Aufstellung eines Windrads in Oberfranken mit dem Thema beschäftigte, fiel auf, dass es große Diskrepanzen zwischen der Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und anderen Untersuchungen gab. Er bemerkte, dass die wahrscheinlichste Erklärung für die Diskrepanzen war, dass aus den korrekten Messungen der BGR-Studie aufgrund eines Umrechnungsfehler weitreichend fehlerhafte Ergebnisse wurden. Im Lauf der Zeit gewann das Thema Aufmerksamkeit und mittlerweile hat die BGR ihren Fehler öffentlich zugegeben und korrigiert.

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