MWG-Schülerinnen im Bundesfinale Bayreuth: Lactose macht das Rennen

Victoria Haag (links) und Josephine Wessel (beide 17) haben ein Video gedreht, in dem sie sich mit dem Thema Lactose-Toleranz und Lactose-Intoleranz befassen. Das sicherte ihnen den Einzug ins Bundesfinale von Jugend präsentiert. Foto: red

Lactose-Intoleranz: Ein Problem, mit dem viele zu kämpfen haben. Das aber auch einen positiven Effekt haben kann – denn für zwei Schülerinnen aus dem Markgräfin-Wilhelmine-Gymnsium (MWG) in Bayreuth sicherte ihnen eine Präsentation zu dem Thema den Einzugs ins Bundesfinale des Wettbewerbs Jugend präsentiert.

Bayreuth - Lactose-Intoleranz ist unangenehm. Wer davon betroffen ist, kann ein Lied davon singen. Vor allem auf die vielen Themen, auf die man achten muss. Und die Probleme, die auftreten, wenn man nicht darauf achtet, was man isst. Doch Lactose-Intoleranz hat auch gute Seiten. Zumindest, wenn es um den neuen Wettbewerb Jugend präsentiert geht. Denn Lactose-Intoleranz hat die beiden 17-Jährigen Victoria Haag und Josephine Wessel vom Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG) mit ihrem Vortrag ins Bundesfinale des Wettbewerbs katapultiert.

Präsentationsunterricht

Mit ihrer Präsentation „Lactose-Intoleranz – und ihr Zusammenhang mit der Vererbungslehre“ haben Josephine Wessel und Victoria Haag aus der Q 11 des MWG ihr Präsentationskönnen, heißt es in einer Mitteilung der Schule. „Neben dem Einzug in das Finale gewinnen sie die Teilnahme an der Präsentationsakademie, einem intensiven Präsentationstraining“, heißt es weiter. Mit den beiden ziehen aus Bayern 18 Schülerinnen und Schüler in das Bundesfinale ein. Insgesamt hatten sich 4500 Schülerinnen und Schüler bundesweit und aus deutschen Auslandsschulen am diesjährigen Wettbewerb beteiligt, 350 Schülerinnen und Schüler hatten sich für ein Länderfinale qualifiziert.

Wettbewerb findet online statt

Um im Länderfinale die Nase vorn zu haben, sei eine Präsentation gefragt gewesen, die eine naturwissenschaftlich-mathematische Fragestellung schlüssig und anschaulich beantwortet. Selbstverständlich auf Online-Basis. Für acht Länderfinale, die so ausgetragen worden sind.

Lehrer fand das Video klasse

„Josephine und ich hatten vorher noch nie etwas von Jugend präsentiert gehört“, erzählt Victoria Haag im Kurier-Gespräch. „Eigentlich hatten wir nur für unseren Bio-Kurs eine Video-Präsentation gemacht. Unser Lehrer fand die klasse und hat gesagt, wir sollten uns da einfach mal anmelden.“ Mit ihrem Video, das sie gedreht haben, stießen sich die beiden gleich die Tür zum Landesfinale auf. Was zur Folge hatte, dass das nächste Video her musste. Und vor allem ein Thema: Deshalb, sagt Victoria Haag, wollten sie auch tiefer einsteigen und sich mit der Lactose-Toleranz und deren genetischem Aspekt befassen. „Dazu haben wir total eng mit unserem Lehrer Johannes Monsch zusammengearbeitet, der uns auch ein Molekül-Modell zur Verfügung gestellt hat.“

100 Drehs für das Sieger-Video

Das Video, sagt die 17-Jährige, sollte für das Landesfinale „ungeschnitten hochgeladen werden. Das haben wir bestimmt 100-Mail aufgenommen“, sagt sie. Vorteil für das Thema: Victoria Haag kennt sich damit aus, sie leidet selbst unter Lactose-Intoleranz. Rund vier Wochen lang hätten die beiden nichts mehr gehört, bis schließlich die Nachricht gekommen sei, dass sie es geschafft haben. Am Montag haben sie nun das Thema bekommen, das sie für das Bundes-Finale des Wettbewerbs Jugend präsentiert bearbeiten müssen.

Bringt was fürs freie Sprechen

Schon jetzt zeige sich: „Allein für das freie Sprechen hat die Teilnahme und die Vorbereitung schon viel gebracht. Auch dafür, wie man einen richtig guten Vortrag zusammenstellt.“

Länderfinale fand erstmals statt

Die Länderfinale finden im Jugend-präsentiert-Bundeswettbewerb das erste Mal statt, heißt es in der Mitteilung der Klaus-Tschira-Stiftung, die als bundesweite Bildungsinitiative in Kooperation mit Wissenschaft im Dialog (Berlin) für die Ausrichtung von Jugend präsentiert verantwortlich ist.

Gerade in der Pandemie ein Thema

Der Hintergrund für den Wettbewerb ist praktisch maßgeschneidert für die aktuelle Situation: „Die Corona-Pandemie verstärkt den Trend, dass Online-Präsentationen in Schule, Universität und Arbeitsleben immer wichtiger werden. Um den neuen Anforderungen Rechnung zu tragen, wird im gesamten Verlauf des Wettbewerbs der Fokus auf das Präsentieren im digitalen Raum gelegt“, heißt es. „Die Schülerinnen und Schüler werden gezielt darin geschult, den kommunikativen Herausforderungen einer Online-Präsentation zu begegnen, etwa der veränderten Beziehung zum Publikum oder der Situation der Körpersprache.“

Präsentationskompetenz fördern

Jugend präsentiert ist eine bundesweite Bildungsinitiative der Klaus Tschira Stiftung, Heidelberg. Die Initiative wurde 2011 mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Präsentationskompetenz und das Verständnis von naturwissenschaftlich-mathematischen Themen in der Schule zu fördern. Der bundesweite Präsentationswettbewerb werde inzwischen jährlich ausgerichtet. Zudem biete Jugend präsentiert kostenfreie Unterrichtsmaterialien und Lehrkräftetrainings an.

Unterrichtsmaterial wird zur Verfügung gestellt

Unterrichtsmaterialien sowie Trainings für Lehrkräfte und Schüler werden von einem Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen entwickelt.

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