Zum Schweigen selbstverständlich ist Heimat dem, der sie hat. Wer von ihr redet, gibt eine Verlustanzeige auf. Etwas ist verloren gegangen, und das schmerzt. Vielleicht sind es Phantomschmerzen, denn bei Lichte besehen hat das, wonach all das Sehnen zielt, vielleicht nie bestanden. Wer einmal nach Jahren in die Orte der Kindheit zurückkehrt und nichts sieht als Veränderung und Bruch, der erkennt, dass viel von der behaglichen Heimeligkeit retrospektiver Tagträume nur der reparierende Nachbau einer nie gewesenen Wirklichkeit war. Aber auch falsche Träume können schön sein und Kraft entwickeln. Politische Sprengkraft auch.