Demo der Landwirte Polizei rät: Fahrt in die Stadt vermeiden

Werden am Dienstag das Stadtbild dominieren - und den Verkehr in der Stadt lahmlegen: Rund 500 Traktoren, die bei der Demo dabei sein werden. Bundesweit demonstrieren Landwirte, organisiert von der Bewegung Land schafft Verbindung, um Politik und Verbraucher wach zu rütteln, wie sie sagen. Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Eine derartige Demonstration hat es nach Angaben der Polizei in Bayreuth in den vergangenen Jahrzehnten nicht gegeben. Entsprechend groß werden die Auswirkungen sein, wenn am Dienstag ab 11 Uhr die erwarteten rund 500 Traktoren von Bindlach aus zur Tierzuchtklause fahren werden. Wenn der Zug rollt, werden alle Kreuzungen und Einmündungen auf seinem Weg gesperrt - von einem Großaufgebot der Polizei.

Der Rat der Bayreuther Polizei ist einfach: Wer nicht unbedingt in die Stadt muss am Dienstag, der sollte nach 11 Uhr auch nicht mehr fahren. Das sagen die Leiterin der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt, Christine Götschel, genauso wie Pressesprecher Harald Stadter am Montag auf Anfrage unserer Zeitung. Denn: "Je nach Fortkommen des Aufzuges werden sämtliche Zufahrtsmöglichkeiten, Einmündungen, Kreuzungen und Querungen - auch für Fußgänger - gesperrt", sagt Stadter. In der Gegenrichtung des Zuges bleibe die Fahrbahn zwar frei, ein Linksabbiegen in den Zug der Traktoren werde jedoch nicht möglich sein. "Durch den Tross geht nicht", sagt Stadter. "Und wir werden auch jedes Fahrzeug, das doch von einer Hofeinfahrt heraus in den Zug reinrutscht, so schnell wie möglich entfernen." Zu groß sei das Risiko, dass Verkehrsteilnehmer - egal, ob mit Auto, Rad oder zu Fuß - unter die hohen und breiten Räder der Traktoren kämen. "Wir wollen, dass jeder am Abend sicher wieder daheim ankommt."

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Auf der zwölf Kilometer langen Strecke ab Eckershof bei Bindlach bis zur Tierzuchtklause in der Adolf-Wächter-Straße sind nach Stadters Worten rund 40 Kreuzungen und Einmündungen von der Polizei abzusichern, "zum Teil sogar durch mehrere Beamte", entsprechend groß werde der personelle Einsatz allein bei der Polizei sein. Schließlich gelte es nicht nur, den Traktoren-Tross durch die Stadt zu leiten, sondern auch bei möglichen Rettungseinsätzen den Rettungsfahrzeugen und dem Notarzt einen Weg durch die Kolonne zu eröffnen. "Lebensrettung geht selbstverständlich vor Versammlungsrecht", sagt Stadter.

Ziel der Polizei: Konvoi soll so schnell wie möglich durch

Das Ziel der Polizei: "Den Konvoi so schnell wie möglich durch die Stadt zu bringen", sagt die Inspektions-Leiterin Christine Götschel. Jedes Anhalten vergrößere die Gefahr von weiteren Stauungen. Um immer am Ball zu sein und aktuell reagieren zu können, werde am Dienstag ein Polizeihubschrauber im Einsatz sein, der Bilder in die Einsatzzentrale liefere. "Bis zum frühen Nachmittag", schätzt Götschel, sollten die 500 Traktoren tatsächlich in der Adolf-Wächter-Straße angekommen sein.

Ausmaß ist nicht abschätzbar

Die Polizei müsse sich bei aller Vorbereitung dennoch ein Stück weit von den Auswirkungen der Demonstration überraschend lassen, sagt Stadter auf Nachfrage: "Das Ausmaß können wir nicht abschätzen. Sicher ist: Der Verkehr wird sich in allen Richtungen stauen." Also nicht nur auf den Strecken wie der B85 aus Richtung Heinersreuth oder auf der B22 aus Richtung Mistelbach, sondern auch aus der Innenstadt kommend auf die Umzugsstrecke, die vom Industriegebiet über Nordring und Scheffelstraße zur Bamberger Straße führt. Stadter empfiehlt eine weiträumige Umfahrung der Innenstadt, zum Beispiel über die Autobahn. "Wer aber nicht zwingend in die Stadt muss nach 11 Uhr, sollte seinen Wocheneinkauf verschieben. Oder spät am Nachmittag fahren, wenn die Traktoren wieder weg sind."

Individuelle Abreise - aber auch Behinderungen zu erwarten

Wenn die Kundgebung vorüber ist, die nach Angaben des jungen Landwirts Andreas Wolfrum aus Gattendorf bei Hof, der zu dem Kreis der oberfränkischen Landwirte gehört, die die Demo in Bayreuth organisieren, um 13 Uhr an der Tierzuchtklause beginnt, müssen die Landwirte individuell abfahren. Es gebe keine Begleitung durch die Polizei, die Traktor-Fahrer müssten sich auch entsprechend an die Straßenverkehrsordnung halten. Aber auch hier werde mit Behinderungen gerechnet, sagt Stadter.

 

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