Die Keimzelle der heutigen Rhein Gruppe, die rund 25.000 Autos im Jahr verkauft, davon 10.000 Neuwagen, und dieses Jahr mehr als 800 Millionen Euro Umsatz machen will, war BMW Heermann in Heilbronn. Der dortige Händler hatte keine Nachkommen. Manfred Rhein, leitender Angestellter, übernahm den Betrieb und wurde Unternehmer.

Der Anfang war nicht leicht: hohe Schulden, hohe Risiken. ,,Die Firma war das Leben, in dem Druck sind wir groß geworden“, sagt Ralf Rhein. Dass er mal in die Fußstapfen des Vaters treten würde, das sei irgendwie immer klar gewesen. ,,Da ist nicht groß drüber geredet worden.“ Ja, man müsse schon 50, 60 Stunden die Woche arbeiten. Aber da sei dann ja auch wieder die Freude, dass es funktioniert. „Ich bereue es keinen Tag.“

Rhein geht in Heilbronn aufs Wirtschaftsgymnasium, studiert BWL in Mannheim und wird mit 27 Jahren Chef des neu dazugekommenen Standorts Würzburg mit 30 Beschäftigten. Noch heute ist er dankbar für das damalige Vertrauen des Vaters. ,,Die Chance hat er mir gegeben. Den Sprung ins kalte Wasser, den bevorzuge ich heute noch.“ Es sei gut gewesen, dass Vater und Sohn nicht sofort unter einem Dach gearbeitet haben, was ja mitunter auch Probleme machen könne.

Die Integration der zugekauften Standorte in Oberfranken steht für Rhein oben auf der Tagesordnung. Weitere Zukäufe will er nicht ausschließen, möchte aber keinesfalls um jeden Preis wachsen.

Wenn überhaupt weitere Akquisitionen, dann in verdaubaren Portionen im nachbarschaftlichen Umfeld. „Größe an sich ist kein Wert.“ Man sei ein bodenständiges Familienunternehmen, konservativ. „Wir rechnen das 25 Mal durch, bevor wir was machen.“ Man dürfe nicht in Größenwahn verfallen. Ganz wichtig sei der regionale Bezug. „Wir wollen nicht nach Hamburg oder München.“

Gut 50 Prozent des Geschäfts macht die Rhein-Gruppe in Bayern, knapp 50 Prozent in Baden-Württemberg. Den stationären Autohandel wird es auch in Zukunft geben, sagt Rhein. Zwar habe man künftig neben verschiedenen Antriebsarten auch neue Vertriebsformen.

Doch auch in Internet-Zeiten wollen Kunden Probefahrten machen, müssen Autos ausgeliefert und gewartet, Gebrauchtwagen in Zahlung genommen werden. Autos anfassen, das geht schlecht virtuell. Rhein: ,,Der stationäre Handel wird sicher bleiben.“ Die Konzentration im Handel werde aber wohl weitergehen. Man müsse dann eben auch mal 30, 40 Kilometer zum nächsten Händler fahren.

Die Umsätze sind hoch, aber wie viel bleibt unterm Strich übrig? Im Branchenschnitt rund ein Prozent vom Umsatz, sagt Rhein. Schon mit zwei Prozent sei man weit besser als viele, drei Prozent seien ,,hoch ambitioniert“. Mehr Geld als im Vertrieb werde in der Werkstatt verdient.

Drei Töchter im Alter von 14, 16 und 18 hat Ralf Rhein, der mit seiner Familie in Würzburg wohnt. Werden sie auch einmal in die Fußstapfen des Vaters treten? ,,Die äußern sich differenziert“, sagt er. ,,Ich zwinge nicht, ich locke manchmal. Warten wir ab.“