„Eigentlich sollte es 2020 wieder richtig losgehen“, sagt Nick Wolf am Donnerstag im Gespräch mit dem Kurier. Nick & June waren 2017 und 2018 richtig viel unterwegs, mit dem neuen Album „My November My“ im Gepäck. „Wir hatten um die 150 Konzerte gespielt und uns für 2019 eine Konzertpause verordnet.“ In dem Jahr hatten sie „viel an neuen Sachen gearbeitet“, sagt Nick Wolf. Neue Songs, die mit einer ausgiebigen Tour im Frühjahr 2020 unter die Fans gestreut werden sollten. „Eine schöne Tour mit rund 20 Konzerten war vorbereitet. Vom 7. bis 13. März konnten wir sogar noch fünf Konzerte spielen. Zu einer Zeit, als Corona schon in den Köpfen war. Das Freitags-Konzert haben wir noch gespielt, dann kam der Lock-Down. Komplett.“

Corona wirft die Planung komplett über den Haufen

Das Programm der nächsten Monate wird komplett über den Haufen geworfen, die Hoffnung, bald wieder auf der Bühne stehen zu können, wird von Tag zu Tag geringer. Und auch die Idee, „im Herbst und Winter nachlegen zu können“, schwindet jetzt erneut: „90 bis 95 Prozent der Termine sind schon wieder abgesagt. Einiges haben wir schon auf die erste Hälfte des nächsten Jahres geschoben.“ Vor dem übernächsten Wochenende können Nick & June gerade mal zwei Konzerte spielen – eines in Offenbach, eines in Nürnberg.

Verständnis dafür, wie es gehandhabt wird

Dennoch: Nick Wolf sagt, als Künstler könne er durchaus nachvollziehen, dass die Balance gewahrt werden muss. „Welche Location hat den schon die Möglichkeit, die Platzzahl so weit runter zu stuhlen, dass es noch einigermaßen wirtschaftlich läuft? Wenn von 200 Plätzen nur 35 belegt werden dürften, macht es keinen Sinn.“

Vorfreude ist groß

Und genau deshalb ist die Vorfreude groß, am 17. Oktober bei der abgespeckten Version des 28. Kneipenfestivals dabei sein zu können. Nick & June werden sich die Bühne mit Oporto und Monobo Son teilen, werden zwei Konzerte an dem Abend spielen, eine Früh-Show ab 19 Uhr, eine Late-Night-Show ab 22 Uhr. Vor rund 170 Musik-Fans, in einem bestuhlten Konzert. Eine ganz andere Atmosphäre, die aber – wie Matthias Mayer von der Agentur Motion sagt – in Bayreuth bei den Konzerten bislang wunderbar funktioniert hat.

„Klar, das sind alles derzeit etwas andere Konzerte“, sagt Nick Wolf. „Es fühlt sich anders an. Für uns auf der Bühne genauso wie fürs Publikum. Aber jeder ist froh – über jedes kleine Konzert, das stattfinden kann.“

Mit reduzierter Besetzung

Für den Auftritt im Zentrum – ein Heimspiel gerade für Frontfrau Suzie-Lou Kraft – haben auch Nick & June ordentlich umstrukturiert. Mit etwas anderer Besetzung, „die der Rahmen eben hergibt“, wie Nick Wolf sagt. „Unser eigentlicher Schlagzeuger Paul ist nicht mit dabei. Seinen Part übernimmt der Joshi Bauer, der Schlagzeug, Horn und Keyboard spielen wird an dem Abend“, sagt Nick Wolf. Damit werden aus den fünf Band-Mitgliedern vier an diesem Abend. Suzie-Lou Kraft werde neben Bass auch Keyboard spielen, Henrik Wattenbach zwischendrin ans Keyboard ausweichen. Aber alles sei so arrangiert, dass die Songs nichts von ihrer Kraft verlieren werden, verspricht Nick Wolf.Und da sollte dann am 17. Oktober auch nichts schief gehen. Eigentlich.

Info: Karten für das Kneipenfestival am 17. Oktober gibt es unter anderem beim Kurier, der das Festival seit 1993 präsentiert, und unter motion-ticket.de