Es gibt weder einen Wunscharzt noch einen Wunschtermin, sagt KVB-Sprecherin Birgit Grain. Einmal darf der Patient auch einen vorgeschlagenen Mediziner ablehnen, wenn ihm etwa der Weg zu weit erscheint. Das muss er aber noch am gleichen Tag mitteilen. Nur dann wird für ihn ein weiteres Mal gesucht. Wenn es dem Patienten wieder nicht passt, dann muss er sich selbst helfen.
Unterdessen nimmt Agent Alexander Ludewig einen Anruf aus dem Kreis Günzburg auf. Eine Frau hat gerade von ihrem Hausarzt eine Überweisung zum Gastroenterologen für eine Magenspiegelung bekommen. Ludewig tippt Name und Adresse der Patientin in den Computer, notiert den Namen des Hausarztes und den Zweck der Überweisung. Was ihn aus Datenschutzgründen nicht interessiert: Geburtsdatum (auch wenn das bei der Terminsuche häufig die erste Frage der Praxismitarbeiterinnen ist), Krankenkasse und eine mögliche erste Diagnose. Dann aber fragt Ludewig noch, ob sonst etwas auf dem Schein vermerkt ist. Die Frau verneint, das große T für dringlich hat der Hausarzt entweder vergessen oder nicht für nötig erachtet. Nichtsdestotrotz wird die Frau wohl schon bald einen Anruf aus Bayreuth mit dem gewünschten zeitnahen Termin bekommen.
Termin um Termin per Telefon
Weil die Fachärzte verpflichtet sind, Termine zur Verfügung zu stellen, sind einige sogar dazu übergegangen, bestimmte Zeiten dafür freizuhalten. Freilich muss dennoch Termin um Termin telefonisch vereinbart werden. Im Fall der Frau aus dem Allgäu wird es die Terminservicestelle am nächsten Tag nochmals bei einem der fünf Allgäuer Psychiater auf der Computerliste versuchen müssen. Sie alle haben einen Anrufbeantworter geschaltet, auf dem sie entweder mitteilen, dass Terminanfragen nur am Morgen zu einer bestimmten, manchmal auch extrem eng begrenzten Zeit möglich sind oder dass sie gerade im Urlaub sind. Da brauchen Kerstin Bauer, Alexander Ludewig und ihre Kollegen bestimmt noch eine Portion Glück, um auch diesen Serviceauftrag abhaken zu können.