Anhaltende Euphorie Medi Bayreuth freut sich über Dauerkartenboom

Die vorzeitige Vertragsverlängerung von Trainer Raoul Korner (links) habe wesentlich dazu beigetragen, die Euphorie in Bayreuth hoch zu halten, sagt Medi-Geschäftsführer Björn Albrecht. Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Traut man den Worten von Björn Albrecht, hat die eher durchwachsene letzte Saison die Vorfreude in Basketball-Bayreuth auf die neue Spielzeit nicht bremsen können. „Die Euphorie ist groß, größer als wir erwarten durften“, sagt der Geschäftsführer von Medi Bayreuth, der natürlich schon von Amts wegen gute Stimmung zu verbreiten hat, seinen Optimismus aber auch belegt – mit dem Dauerkartenvorverkauf. Der laufe bombig, sagt Albrecht.

Über 2000 Saison-Tickets für die 16 Bundesliga-Heimspiele seien bislang verkauft. „Wir liegen damit aktuell rund 30 bis 40 Tickets unter dem Wert, den wir vergangene Saison am Ende der Vorverkaufsphase hatten. Und noch läuft der Verkauf ja auf vollen Touren.“ Allerdings sollen die Dauerkarten bei 2300 gedeckelt werden. „Mehr macht keinen Sinn.“

Warum die Euphorie augenscheinlich ungebrochen ist, erklärt Björn Albrecht so: „Unsere Community vertraut uns, dass wir unsere Lehren aus der letzten Saison gezogen haben und dass der erfolgreiche Weg weitergeht.“ Eine enorm wichtige und vertrauensbildende Maßnahme sei die Vertragsverlängerung von Trainer Raoul Korner gewesen. Wie berichtet, hatte der Österreicher seinen zum Ende der kommenden Saison auslaufenden Vertrag um eine weitere Spielzeit verlängert und im Gegenzug das Einverständnis des Vereins erhalten, in zweiter Funktion auch als österreichischer Nationaltrainer tätig werden zu können. Er soll die Nationalmannschaft der Alpenrepublik zur EM-Endrunde 2021 führen.

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Offizielle Zusage für den Europe Cup

Aber nicht nur darin spiegelt sich Korners Faible für Europa wider. Es ist kein Geheimnis, dass der 45-Jährige ein glühender Verfechter des internationalen Wettbewerbs auch auf Vereinsebene ist. Dafür hat seine Mannschaft nun die offizielle Zusage bekommen. Wie gemeldet gehen die Bayreuther im Europe Cup an den Start. Sie profitierten dabei vom Verzicht von gleich vier deutschen Vereinen, die vor ihnen an der Reihe gewesen wären: Braunschweig, Würzburg, Ludwigsburg, Frankfurt.

Warum dieses Quartett auf den Europe Cup verzichtet hat, darüber kann Björn Albrecht nur spekulieren. Dass der im Vergleich zur Champions League weniger prestigeträchtige Wettbewerb unter dem Dach des Weltverbands Fiba für seine Organisation aber enorm lohnend ist, da ist sich der Geschäftsführer sicher. Der 39-Jährige nennt drei Aspekte – allen voran den sportlichen. „Wir sind für die Gruppenphase gesetzt, müssen uns also nicht qualifizieren und haben die Chance, sehr weit zu kommen.“ Björn Albrecht empfiehlt, den Blick nach Würzburg zu richten. Der unterfränkische BBL-Konkurrent hatte es in der vergangenen Saison bis ins Europe-Cup-Finale geschafft, unterlag dann aber Dinamo Sassari aus Italien. „Die Würzburger haben sich international ihr Selbstvertrauen geholt und damit ihre Bundesliga-Saison gerettet“, sagt Albrecht, der im Mitwirken auf internationalem Parkett auch einen weiteren Mehrwert für die Mannschaft erkennt. „Das hilft uns auch bei der Rekrutierung, bei der Bindung und auch bei der Entwicklung von Spielern.“

Finanziell lukrativ

Und auch finanziell sei der Europe Cup lukrativ, zumindest für seine Organisation. Die Bayreuther haben viele ihrer Sponsorenverträge so gestrickt, dass sie Zusatzleistungen bekommen, sobald sie international spielen. Somit könnten die steigenden Kosten in dem insgesamt kleineren Etat als in der Vorsaison (knapp unter fünf Millionen Euro, Anm. d. Red.) mehr als nur aufgefangen werden. Selbst bei einem unerwartet niedrigen Zuschauerschnitt gehen die Bayreuther laut Geschäftsführer kein Risiko. In der Vorsaison war die Oberfrankenhalle mit einem Schnitt von 2300 Zuschauern eine der am besten ausgelasteten Hallen in der Champions League. Für den Europe Cup hat Björn Albrecht nun aber ganz konservativ kalkuliert. „1000 bis 1500 treue Zuschauer können wir in Bayreuth ja in jedem Fall erwarten.“ Wobei er schon hofft, sich gerade in diesem unter der Woche stattfindenden Wettbewerb neue Fangruppen zu erschließen, die vornehmlich aus den Bereichen Universität und Unternehmen kommen.

Bliebe noch ein dritter Aspekt. Björn Albrecht nennt ihn „Strahlkraft, Wahrnehmung und Wertigkeit“. Genauer: „Das internationale Geschäft hilft uns, die Marke Medi Bayreuth weiter zu entwickeln, was sich dann natürlich wieder auf den sportlichen und finanziellen Aspekt auswirkt.“


Info: Auf wen die Bayreuther in der Gruppenphase des Europe Cups treffen werden, entscheidet sich am 24. Juli. Dann findet die Auslosung in München statt. Für Dauerkarteninhaber: Die Verweigerung der Lizenz für Bundesliga-Aufsteiger Nürnberg Falcons hat auch Medi Bayreuth vor eine Herausforderung gestellt. Wie kommt man den Dauerkarteninhabern entgegen, die ja für 17 BBL-Heimspiele gezahlt haben, nun aber für ihr Geld nur 16 bekommen? „Wir haben hier, wie ich finde, eine sehr gute Lösung gefunden“, sagt Geschäftsführer Björn Albrecht und erklärt, dass Dauerkarteninhaber entweder ein Europe-Cup-Spiel gratis besuchen können oder entsprechend weniger für eine internationale Dauerkarte bezahlen müssen.

 

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