Alles an einem Ort Stadtwerke wollen umziehen

Der Berliner Platz und die Einfahrt zur Eduard-Bayerlein-Straße: Hier steht das alte Elektrizitätswerk, das Umspannwerk schließt sich an, dahinter kommt das Betriebsgebäude des Stadtverkehrs der Stadtwerke. Hier könnte sich die Unternehmenszentrale konzentrieren. Foto: Eric Waha/Eric Waha

Die Stadtwerke haben offensichtlich Großes vor: Am Mittwoch wird es eine Pressekonferenz geben, auf der die Pläne vorgestellt werden sollen. Am Dienstag gibt es im Bauausschuss schon einen Vorgeschmack: Die Stadtwerke planen offensichtlich, in die Eduard-Bayerlein-Straße zu ziehen.

Bayreuth - Zwei Tagesordnungspunkte – ein gemeinsames Thema: Stadtwerke. Der Bauausschuss des Stadtrats hat am Dienstag zwei Komplexe auf der Tagesordnung der Sitzung, die von Bürgermeister Andreas Zippel (SPD) geleitet wird, die sich mit Liegenschaften der Stadtwerke befassen. Und mit deren jeweiliger Neuordnung.

Innen vor außen

Zum einen geht es um das große Grundstück in der Eduard-Bayerlein-Straße, auf dem das alte Elektrizitätswerk ebenso steht – gleich vorne an der Ecke zum Berliner Platz – wie das Umspannwerk und die kompletten Betriebsgebäude der Verkehrsbetriebe der Stadtwerke. Die Stadtbaureferentin Urte Kelm spricht davon, dass die Stadtwerke vorhätten, „ihre vorhanden Liegenschaften“ an der Eduard-Bayerlein-Straße „zu konsolidieren“. Was, wie sie sagt, dem „übergeordneten Ziel der Stadt Bayreuth innen vor außen“ – also dem Vorrang der Innenentwicklung, der vor allem für „flächenintensives Gewerbe“ gelten solle, deutlich entspreche. Zumal die Stadtwerke vorhätten, einen architektonischen Realisierungswettbewerb anzuschieben, der um einen „städtebaulichen Ideenteil“ ergänzt werden solle.

Am Sendelbach soll Wohnen kommen

Das nächste Projekt ist aktuell noch eine Brache, „die weg kann“, wie Gert-Dieter Meier (DU) sagt: Das große Grundstück am Sendelbach, das seit Jahren seit dem Abbruch des maroden Parkhauses als geschotterte Parkfläche genutzt wird. Auch hier wollen die Stadtwerke laut Kelm ran: Urbanes Wohnen am Sendelbach sei hier die Überschrift, auch hier geht es – wie beim ersten Projekt mit einem Geltungsbereich von mehr als dreieinhalb Hektar Fläche – um eine Flächennutzungsplan-Änderung, allerdings, anders als beim größeren Vorhaben, um ein beschleunigtes Verfahren.

Angemessene Nachverdichtung

Und um die Verbindung des Sanierungsgebietes rund um die Kulmbacher Straße mit dem Wunsch „der Stadtwerke Bayreuth, den gegenständlichen Raum städtebaulich optimiert zu nutzen“, wie Kelm in der Sitzung des Bauausschusses sagt. Es sei Ziel der Stadtwerke, „das Grundstück für Wohnzwecke zu entwickeln“. Heißt: hochwertiger Geschosswohnungsbau, angemessene Nachverdichtung. Allerdings eben in einem urbanen Gebiet, wie es das Stadtplanungsamt vorschlägt. Das bedeutet: Die Verbindung von Wohnen und Dienstleistungs- oder Kulturnutzung im Erdgeschossbereich.

Mehrheitlich grünes Licht

Aus den Reihen des Bauausschusses gibt es für das Ziel der Stadtwerke, sich – was die Grundstücksnutzung angeht – neu aufzustellen, ein deutliches Votum für die Beratung im Stadtrat Ende Juni: Mehrheitlich begrüßt der Bauausschuss, beide Verfahren anzuschieben. Der CSU-Fraktionsvorsitzende Stefan Specht etwa verweist darauf, dass bei dem Projekt in der Eduard-Bayerlein-Straße auch der lange gewünschte Kreisverkehr am Berliner Platz mit angepackt werde und dass die Stadtwerke sich „an einem Standort konzentrieren können“. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Bauske spricht von einer „würdigen Nachverdichtung“ auf der großen Fläche, womit gleichzeitig „an anderer Stelle Platz frei wird für Wohnbebauung“, nämlich nahe am Hofgarten.

Grüne halten sich noch zurück

Die Grünen differenzieren – und stellen ihre Zustimmung zurück, denn sie hätten sich nach Aussagen der Fraktionsvorsitzenden Sabine Steininger gewünscht, dass Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Bayer zuerst dem Aufsichtsrat nach dessen grundsätzlicher Entscheidung für einen neuen Standort vor zwei Jahren mit aktuellen Zahlen und Planungen gefüttert hätte. Möglicherweise aber könne man nach der Aufsichtsratssitzung am 24. Juni dann im Stadtrat zustimmen, sagt Steininger.

Vorgestellt im Aufsichtsrat

Auch die BG – neben FDP/DU/FL und dem JB – sieht, wie Georg Kämpf sagt, den Vorstoß der Stadtwerke positiv. Allerdings spricht Kämpf von der „besten von vier Alternativen“, die einst im Stadtwerke-Aufsichtsrat vorgestellt worden seien, was ihm einen Rüffel Bauskes bringt, aus einem nichtöffentlichen Gremium Fakten verraten zu haben. Die Empfehlung für den Stadtrat, mit den drei Gegenstimmen der Grünen: Ran an den Gang durch die Instanzen für beide Projekte.

Man wollte dem Bauausschuss nicht vorgreifen

Der Pressesprecher der Stadtwerke, Jan Koch, verweist auf Kurier-Nachfrage auf die Pressekonferenz der Stadtwerke am Mittwoch. Man habe dem Bauausschuss bewusst nicht vorgreifen wollen. Aber: Es sei das Ziel der Stadtwerke, mittelfristig in die Eduard-Bayerlein-Straße umzuziehen und dabei – Projekt drei – „die Birkenstraße zu verwerten. Teil des Projekts ist die Fläche am Sendelbach“, sagt Koch.

Autor

 

Bilder