Der Chef der VHS
Er übernahm von 1975 bis 1985 den Vorsitz der Volkshochschule Pegnitz und gehörte zu den Gründern der Regionalgruppe Pegnitz des Universitätsvereins Bayreuth. Scherer hob den Arbeitskreis Schule und Wirtschaft mit aus der Taufe, initiierte die Fränkische-Schweiz-Abende und das Aschermittwochstreffen der Pegnitzer Schulleiter und des VHS-Vorstands.
Für all die ehrenamtliche Arbeit und Verdienste verlieh ihm der damalige Bundespräsident Roman Herzog 1994 das Verdienstkreuz am Band des Verdienstordens des Bundesrepublik Deutschland.
Ein Mann des Humors
Herbert Scherer war aber auch ein humorvoller Mensch mit trocken dargebrachten ironische-sarkastischen Bemerkungen. Dies in Kombination mit seiner Allgemeinbildung machten ihn zum idealen Redner beim Pegnitzer Wirtschaftstag. Schnell erwarb er sich mit diesem Auftritten beim „Flinderer-Empfang“ Kultstatus.
Die Lokalzeitung schrieb einmal: „Herbert Scherer ließ wieder eine funkelnde Kaskade an Sätzen herniederprasseln, vermengte Fiktion und Wirklichkeit zu einem prallen Bilderbogen. Der Flaneur zwischen Literatur, Geschichte, Ethnologie und Lokalgeschehen hat wieder ein geistreiches Paket geschnürt. Scherer verwebt historische Fakten mit seiner fantasievollen und feinfühligen Gedankenwelt, in der Jean Paul, Manfred Thümmler und Karl Lothes genauso ihren Platz haben wie Klöße, Bier, Ehe und Schipf.“
Immer fränkisch unterwegs
Die Zuhörer sollten nicht alles ernst nehmen, meinte Scherer: „Und wenn sich einer betroffen fühlt, würde ich auf gut Fränkisch sagen: Ihr wisst net, dass ich des gsoocht hätt. Do hamsa falsch hieghört oder Ihre Ohrn lang nimmer gwaschn“, meinte Herbert Scherer ans Publikum gewandt.
Der virtuose Sprachartist, der auch einige Büchlein veröffentlicht hat, bekam 2004 den fränkischen Ritterschlag: Er wurde mit dem Frankenwürfel ausgezeichnet.
Auch von der Stadt geehrt
Auch die Stadt Pegnitz würdigte seine Verdienste, indem sie ihn mit der goldenen Bürgermedaille auszeichnete. Die VHS ernannte ihn zum Ehrenvorsitzenden. Bis zuletzt sah man Herbert Scherer zusammen mit seiner Ehefrau Eva in Neudorf spazieren gehen, auch wenn die Wege kürzer wurden. Nun ist er für immer er an seinem Ziel angelangt.