Zuliefererbranche Audi-Schockwelle bis Oberfranken

Symbolfoto: Stefan Puchner/dpa

INGOLSTADT/BAYREUTH. Mit der Meldung, dass er in den nächsten Jahren über 9500 Stellen abbauen will, hat am Dienstag der bayerische Autohersteller Audi schockiert. Damit sollen bei dem vom Dieselskandal schwer getroffenen Unternehmen doppelt so viele Arbeitsplätze wegfallen wie bislang angenommen. Die Nachricht aus Ingolstadt trifft die Wirtschaft Oberfrankens wie ein kalter Regenguss.

Die Kfz-Zulieferbranche ist einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren des Regierungsbezirks. Hier arbeiten mehr als 35.000 Menschen in rund 250 Unternehmen, viele davon klassische Mittelständler.

Die ersten Schockwellen haben Oberfranken schon vor Wochen getroffen. So kündigte der französische Reifenhersteller Michelin an, dass er sein Werk in Bamberg schließen will. Über 800 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz in Bamberg. Über das gesamte Unternehmen hinweg will auch Brose 2000 Stellen abbauen.

Continental plant die Streichung von über 7000 Stellen: In der benachbarten Oberpfalz wird in Roding ein ganzes Werk für Diesel- und Benzineinspritzpumpen geschlossen.

Dennoch warnen die oberfränkischen Zulieferer vor verfrühter Panik. Die Situation der einzelnen Unternehmen sei zu verschieden, um von einem generellen Trend sprechen zu können, sagte am Dienstag Christian Meister, Leiter der Geschäftsstelle von Ofracar in Bayreuth. In diesem Netzwerk sind alle wichtigen oberfränkischen Zulieferunternehmen zusammengeschlossen.

Meister wies darauf hin, dass der Automobilsektor gegenwärtig eine ganze Reihe von Entwicklungen durchmache. Die Diskussion um die Elektromobilität sei nur eine davon. Die Hersteller von Abgasrückführventilen seien davon ganz anders betroffen als etwa Produzenten von Textilien für Autositze. Es sei gegenwärtig noch nicht einmal absehbar, ob es wirklich zu einer Absatzkrise bei den Personenwagen komme. Zudem stünden viele Zulieferer auf mehreren Beinen, Autohersteller seien nicht ihre einzigen Kunden.

 

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