Zu Besuch beim neu eröffneten Vogelbeobachtungsturm bei Schnabelwaid Auf Vogelbeobachtung am Craimoosweiher

Herbert Rebhan steht vor dem neu eröffneten Vogelbeobachtungsturm am Craimoosweiher in Schnabelwaid. Foto: red

Der Craimoosweiher ist einer der größten Teiche in Oberfranken. Dort haben Höckerschwäne, Enten, Haubentaucher und Blässhühner ihr zu Hause. Herbert Rebhan kennt sich mit Vögeln aus und begibt sich mit dem Kurier auf Entdeckungsreise in die Vogelwelt.

Ein klägliches Quieken stört die Ruhe am Craimoosweiher bei Schnabelwaid. Ein rund sechs Wochen altes Blässhuhn ruft nach seinen Eltern. Die Enten, die auf dem Wasser vor sich hindösen, lässt das kalt. "Blässhühner sind Nestflüchter. Sie bleiben ein bis zwei Tage im Nest, dann schwimmen sie mit den Eltern im Wasser", sagt Herbert Rebhan, Sachgebietsleiter für Naturschutz bei der Regierung von Oberfranken. Da könne es schon einmal passieren, dass ein Junges seine Eltern verliere.

Mit dem neu erbauten Vogelbeobachtungsturm am Craimossweiher haben die Besucher nun die Möglichkeit, die Vögel im Naturschutzgebiet noch genauer zu beobachten. "Mit dem Vogelbeobachtungsturm können sich die Spaziergänger und Fahrradfahrer über Arten, Lebensräume und Naturschutz informieren", sagt Rebhan. Mit 19 Hektar ist der Craimoosweiher einer der größten Teiche in Oberfranken. Er liegt auf einer Wasserscheide, weshalb er nach Norden zum Roten Main und nach Süden zur Pegnitz abfließt.

Durch das Fernglas sieht man einen Haubentaucher, der immer wieder für längere Zeit unter Wasser verschwindet. Kennzeichen sind seine kastanienbrauen Ohr- und Wangenfedern, die sich bei Erregung spreizen. "Der Haubentaucher hat die Füße weiter hinten, dadurch kann er tiefer tauchen", sagt Rebhan. Deswegen könne er vom Wasser nicht sofort losfliegen, sondern müsse erst einmal Anlauf nehmen. Das sehe dann aus, wie wenn er über Wasser laufe. Auf der anderen Seite des Weihers, gegenüber des Vogelbeobachtungsturmes, schwimmen zwei Höckerschwäne mit ihren sechs Jungen. Das sei nicht unüblich, dass Schwäne mehr als ein Junges bekämen, sagt Rebhan.

Rebhan hat Biologie studiert, er macht regelmäßig Vogelbeobachtungen. Mindestens zweimal im Jahr ist der 58-Jährige am Craimoosweiher. "Ich bin schon als Schüler mit dem Biolehrer unterwegs gewesen und habe Pflanzenexkursionen gemacht. Das hat geprägt", sagt Rebhan. Der Vogelbeobachtungsturm ist aus Holz und mit zwei Bänken versehen, auf denen Besucher einen weiten Blick über den Weiher haben. "Wir können die Vögel beobachten, ohne sie zu stören", sagt Rebhan. Eine Tafelente putzt in rund zehn Meter Entfernung vom Vogelbeobachtungshaus ungestört ihr braunes Federkleid. "Ursprünglich kommt die Tafelente aus dem osteuropäischen Raum, in den Teichgebieten Bayerns ist sie eine unserer häufigeren Entenarten", sagt Rebhan. Rebhan ist fasziniert von der Vogelwelt. "Es beruhigt und man sieht immer wieder was Neues."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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