Hollfeld
Der Hollfelder Klärschlamm sei nicht so stark belastet wie in anderen Gemeinden der Region, sagt Bürgermeisterin Karin Barwisch. „Weil wir keine verarbeitenden Betriebe haben, die uns Probleme machen würden.“ Trotzdem will Hollfeld umstellen. „Wir bekommen die Landwirte nicht mehr her“, sagt Barwisch. Man werde wohl eine sogenannte Schnecke anzuschaffen, die den Schlamm trockne. So wird es günstiger, ihn zu transportieren. „Aber das müssen wir erst im Haushalt verankern“, sagt Barwisch. Sich die mobile Presse mit Bindlach zu teilen, könnte sich Barwisch durchaus vorstellen. Allerdings müsste die Gemeinde dann noch einige Jahre warten: Hollfeld hat noch nicht alle Haushalte in den Außenorten ans Kanalnetz angeschlossen. „Wir müssen erst wissen, wie viel wir haben, bevor wir den nächsten Schritt gehen.“
Pottenstein
Auch Pottenstein will weg vom Klärschlamm auf dem Feld. „Es gibt Überlegungen, das gegebenenfalls zusammen mit den Nachbargemeinden anders zu organisieren“, sagt Bürgermeister Stefan Frühbeißer. Zum Beispiel mit Pegnitz und Auerbach im Rahmen des Wirtschaftsbandes A 9. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. „Es ist unsere Aufgabe, die wirtschaftlichste Lösung zu finden und gleichzeitig das Beste für die Natur zu tun. Wir müssen schauen, wie wir das erreichen.“ Bisher wird der Klärschlamm von einer Firma abgeholt, die ihn dann an Bauern weiterverkauft.
Waischenfeld
„Wir haben eigentlich nichts geplant, solange wir den Klärschlamm abgenommen bekommen“, sagt Bürgermeister Edmund Pirkelmann. Der Schlamm werde in die Oberpfalz gefahren, „in alten Milchsammeltanks“, sagt Pirkelmann. Vor einigen Jahren habe es noch mehrere Abnehmer gegeben, „aber die Abfuhrtechnik musste aufgerüstet werden, das war den meisten zu aufwändig“. Es sei aber kein Problem, den Waischenfelder Klärschlamm auf die Felder zu bringen: Er liege „weit, weit“ unter den Grenzwerten, weil es in der Gemeinde keine Industrie gebe. „In Orten, die Chemiebetriebe haben, kann das durchaus ein Problem sein.“
Wonsees
„Es gibt immer weniger Landwirte, die uns den Klärschlamm abnehmen“, sagt Werner Hofmann von der Wonseeser Gemeindeverwaltung. „Bis zum vorletzten Jahr hatten wir einen Landwirt aus dem Landkreis Bayreuth, letztes Jahr war die einzige Möglichkeit eine Firma.“ Es habe aber auch schon Jahre gegeben, in denen man den Klärschlamm über die Kulmbacher Kläranlage habe entsorgen müssen. „Und das ist teurer.“ Solange es durchschnittlich am günstigsten sei, den Klärschlamm aufs Feld zu bringen, werde man das also weiter tun. „Wir haben relativ wenig Abwasseraufkommen, steigende Kosten wirken sich also sofort auf die Gebühren aus.“