Warntag Kulmbacher Sirenen bleiben stumm

Melitta Burger
Diese Elster auf einer Sirene auf einem Hausdach wird sich in Kulmbach nicht erschrecken müssen. Foto: dpa/Patrick Pleul

Am Donnerstag wird sich die Alarmierung vor allem im digitalen Bereich abspielen. Dabei spielen auch Handys eine zentrale Rolle.

Am Donnerstag wird es noch einmal ernst. Dann findet ein weiterer bundesweiter Warntag statt. Vor zwei Jahren hatte es Pannen gegeben. Dabei werden im Landkreis Kulmbach aber keine Sirenen ertönen, sagt Björn Karnstädt vom Landratsamt. Die probeweise Alarmierung der Bevölkerung konzentriert sich eher auf Warn-Apps wie Nina oder Katwarn oder Biwapp. Radio- und Fernsehsender sind eingebunden und zum allerersten Mal das System „Cell Broadcast“. Wenn diesmal alles läuft wie geplant, werden die eingeschalteten Handys zeitgleich schrillen. Bund und Länder sehen die mobilen Telefone als die beste Möglichkeit an, die Bevölkerung auf unmittelbare Gefahren hinzuweisen.

Sirenengeheul wird nicht zu hören sein, wenn um 11 Uhr der Probealarm ausgelöst wird. Die Feuerwehrsirenen, die im ganzen Landkreis installiert sind, sind nicht für die erforderlichen Tonfolgen ausgerüstet. Die Katastrophenschutzsirenen, die der Landkreis betreibt, sind in ihrer Zahl eher überschaubar. Sie stehen in Gössenreuth und Lanzendorf und werden gerade überarbeitet. Die für Wirsberg vorgesehene Sirene, sagt Björn Karnstädt, wird erst noch installiert. Drei mobile Sirenen sind darüber hinaus in der Verantwortung des Kreises. Die seien erst kürzlich erfolgreich getestet worden.

In einer gemeinsamen Übung wollen an diesem Tag Bund und Länder sowie die teilnehmenden Kreise, kreisfreien Städte und Gemeinden ihre Warnmittel testen, um die Bevölkerung für eventuell eintretende Katastrophensituationen und damit in Zusammenhang stehende Warnmeldungen zu sensibilisieren und im Ernstfall natürlich entsprechend warnen zu können, informiert das Kulmbacher Landratsamt.

Federführend verantwortlich für Vorbereitung und Organisation dieses Warntages ist auf Bundesebene das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, auf Länderebene sind es die jeweiligen Innenministerien und auf der Ebene der Kommunen die für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden.

Ab 11 Uhr wird am Donnerstag die Probewarnung an die unterschiedlichen Warnmittel, die am Modularen Warnsystem (MoWaS) des Bundes angeschlossen sind, geschickt. Dazu zählen Radio- und Fernsehstationen sowie App-Server. Die Warnmultiplikatoren versenden die Probewarnung dann wiederum an die entsprechenden Endgeräte wie Radios, Fernsehgeräte, digitale Stadtanzeigetafeln und die offiziellen Warn-Apps.

Darüber hinaus werde zum ersten Mal auch das sogenannte „Cell Broadcast“ zum Einsatz kommen. Über den Mobilfunkdienst können SMS-Nachrichten auf alle Mobiltelefone innerhalb einer Funkzelle geschickt werden, ohne dass vorab eine App installiert werden muss. Allerdings muss das Handy dafür eingeschaltet sein und über die aktuellen Updates verfügen. Ältere Geräte können die Warnung eventuell nicht empfangen, informiert das Landratsamt.

„Funktionierende Warnwege sind im Ernstfall entscheidend. Das hat die Flutkatastrophe im Sommer 2021 im Ahrtal und anderen Regionen gezeigt, als Betroffene sich nicht rechtzeitig schützen konnten“, erklärt Regierungsdirektor Oliver Hempfling. Daher sei es wichtig, auch die Bevölkerungsalarmierung immer wieder zu erproben und auszubauen. „Es ist aber, gerade in diesen Zeiten, auch wichtig zu betonen: es ist nur eine Übung, niemand muss besorgt sein, wenn das Handy plötzlich Alarm macht.“

Um 11.45 Uhr erfolgt die Entwarnung, die wiederum über alle Warnmultiplikatoren kommuniziert wird.

 

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