Wandern mit Mission Jürgen Nimec sammelt laufend Spenden

Gerd Pöhlmann
Eine erste Einkehr für Jürgen Nimec bereits kurz nach dem Start in Marktredwitz. Das Marktredwitzer Haus liegt direkt am Goldsteig, dem längsten Wanderweg Deutschlands. Foto: pr

Der 43-jährige Sportler ist derzeit auf dem Goldsteig unterwegs. Auch aus Freude an der Natur, vor allem aber, um der Kinderhospizarbeit zu helfen.

Viele kleine Schritte macht Jürgen Nimec. In zweierlei Hinsicht. Jürgen Nimec wandert. Genauer: Der 43-Jährige hat sich vorgenommen, die 16 längsten Wanderwege Deutschlands abzulaufen. Sein Vorhaben hat der passionierte Sportler mit einer Spendenaktion verbunden. Unter dem Motto „Meine Wanderwege zum Glück“ sammelt Nimec Geld für die Kinderhospizarbeit in Deutschland. Aus vielen kleinen Schritten wächst eine lange Strecke, aus vielen kleinen Spenden – hoffentlich – eine große Summe. Derzeit ist Jürgen Nimec auf dem Goldsteig unterwegs. Gestartet ist er vor einigen Tagen in Marktredwitz.

Zurück in die Natur

20 Tage nimmt sich Jürgen Nimec für die 430 Kilometer lange Nordroute zwischen Marktredwitz und Passau Zeit. „Ich muss nicht 40 Kilometer am Tag runterreißen. Ich möchte die Landschaft genießen“, sagt der Wanderer. Es ist kein Zufall, dass Niemec gerade jetzt auf dem Goldsteig läuft – immerhin feiert der Wanderweg in diesem Jahr sein 15. Jubiläum. „Der Goldsteig ist der längste Wanderweg und sicher einer der schönsten“, sagt Nimec, der aus Bischofsheim in der Rhön stammt. Der Weg sei im Vergleich zu anderen bestens ausgeschildert, an jeder Etappe hätten Wanderer die Möglichkeit, sich an einem Portal über alles Wichtige auf und abseits des Wegs zu informieren. „Befindet man sich in einer Stadt, geht es auf dem Goldsteig immer auf dem schnellsten Weg zurück in die Natur.“

Vom Kilimandscharo in die Rhön

Jürgen Nimec kann den Vergleich leicht ziehen, ist er doch im vergangenen Jahr bereits den Hochrhöner, den Weserberglandweg, den Heidschnuckenweg, den Harzer-Hexen-Stieg sowie den Rothaarsteig gelaufen. In den nächsten Jahren möchte er alle „Top Trails of Germany“, die Spitzenwanderwege, ablaufen. Darauf gekommen ist Nimec, weil ihm Corona andere Pläne durchkreuzt hatte. Schon seit seiner Kindheit – seinen ersten Wettkampf bestritt er mit drei Jahren – ist Jürgen Nimec dem Laufsport verbunden. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen entdeckte er vor einigen Jahren seine Leidenschaft zum Bergsport. Warum nicht einfach mal die „Seven Summits“, so werden die jeweils höchsten Berge eines Kontinents bezeichnet, besteigen? 2016 nahm Jürgen Nimec den ersten Gipfel, den Kibo, auch Kilimandscharo genannt, in Angriff. Nach dem mit 5895 Metern höchsten Berg Afrikas zog es ihn zwei Jahre später in den Kaukasus. Das Ziel: Der 5642 Meter hohe Elbrus. 2021 sollte der nächste Gipfel folgen, doch musste das Vorhaben der Pandemie wegen verschoben werden. Weil er dennoch in Bewegung bleiben wollte, kam Nimec auf die Idee, die „Top Trails“ abzulaufen. „Mir geht es gut, der Familie geht es gut, aber es gibt auch viele, die das Leben nicht so genießen können“; sagt Jürgen Nimec. „Deswegen laufe ich für den guten Zweck.“

Sammeln für Kinderhospizarbeit

Um alle Etappen am Stück bewältigen zu können, spart sich der Vertriebsmitarbeiter seine freien Tage und den Urlaub auf. Begleitet wird er dabei von seiner Lebensgefährtin. Sie erwartet Nimec am Ende einer Etappe mit dem Wohnmobil. Einst als Notlösung während Corona gedacht, bewährte sich das Vorgehen als überaus flexibel, was die Übernachtungen angeht. „Mit meinem Projekt ,Meine Wanderwege zum Glück’ möchte ich Spenden für die wertvolle Kinderhospizarbeit in Deutschland sammeln“, sagt Jürgen Nimec. Er will mit seiner Aktion auf die besonderen Belange der lebensverkürzend erkrankten Kinder und deren Familien aufmerksam machen. In diesem Jahr nicht nur auf dem Goldsteig, sondern später auch auf dem Altmühltal-Panoramaweg und im Herbst auf dem Rennsteig. „Die laufe ich auf jeden Fall noch“, sagt Jürgen Nimec. Für alle, die nicht wissen, wohin im Sommer, hat er noch einen Tipp parat: „Man muss nicht weit wegfahren, um was Schönes zu erleben.“

Unterstützen

Spenden
Wer die Aktion von Jürgen Nimec unterstützen möchte, kann das mit einer Spende tun.

IBAN
DE03 4625 0049 0000 0290 33

Verwendungszweck
Meine Wanderwege zum Glück

Weitere Informationen
summiter.de/

 

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