Vorstellung der Spielzeit Richtig viel Theater auf der Luisenburg

Brigitte Gschwendtner

„Wahnsinnig tolle Festspiele“ verspricht die künstlerische Leiterin Birgit  Simmler bei der Vorstellung der Luisenburg-Spielzeit am Donnerstag. Wunsiedels Bürgermeister Nicolas Lahovnik lobt das „fantastische Programm­“ und freut sich auf die „ersten richtige Festspiele“  seiner Amtszeit: Maske, Abstand und Einlasskontrolle sollen in dieser Saison allen erspart bleiben.

Wunsiedel Diese Spielzeit muss gelingen:   2020  fiel die Freilichtsaison  der Pandemie zum Opfer. 2021 gab es dann fast so viel  Theater  rund um  strenge  Corona-Beschränkungen  und   wenige Zuschauer wie tatsächlich auf der Felsenbühne. Im   Pandemie-Jahr drei   fallen nun  alle Reglements weg –  auf Deutschlands größter und ältester  Freilichtbühne soll endlich wieder gespielt werden, was all die Dramen, Komödien und Musicals in hochkarätigen Besetzungen hergeben.

Es gebe  „etwas Nachholbedarf beim Vorverkauf“: So  gelinde drückt   die künstlerische Luisenburg-Leiterin Birgit Simmler aus, dass Corona und Krieg auch Theaterbesucher verunsicherten. Kaum einer kaufe  mehr  Monate  im voraus Karten, bestätigt  der neue Verwaltungsleiter  André Zaus. Deshalb sei man  „etwas in der Aufholjagd“. Wunsiedels Bürgermeister Nicolas Lahovnik versprach den Wegfall all der  Regeln,  die 2021  zu vielen Beschwerden geführt hatten.

Um  das Vertrauen  in unbeschwerte Luisenburg-Festspiele  zurückzuholen, zeigten Mitwirkende am Donnerstag auf der Felsenbühne erste Kostproben aus dem aktuellen Spielplan, erklärten Besonderheiten und Interpretationsansätze. 

Tatsächlich hat die   neue Saison   viel zu bieten, zum Beispiel das Familienmusical „Trolle unter uns“, das Øystein Wiik  eigens für Wunsiedel geschrieben hat. Der Norweger schuf allerdings keine Disney-Figuren, wie  Simmler es sich vorgestellt hatte, sondern „wunderbar  seltsame, unberechenbare  Klima-Trolle und Fake-News-Könige“.

„Ich bin fabelhaft, Baby: Ich bin geboren für das Rampenlicht“  lautete  Zodwa Seleles  Bekenntnis-Song aus „Sister Act“. Halleluja, diese Musical-Queen, die  in „My Fair Lady“ auf der Luisenburg 2018 schon Publikumsliebling war, hat eine Gänsehaut-Stimme!  Wenn die Kirchenlamitzerin heuer das  Kloster rockt, werden ihr sicher alle Herzen zufliegen. 

Um Leidenschaft, Genie und Eifersucht  geht es in dem großen Schauspiel „Amadeus“.    Hollywood hatte aus Mozarts  musikalischer Welt  ein Film-Duell zweier Musiker auf Leben und Tod gemacht –  die  Luisenburg will  zeigen, wie sich im Kampf um  Ruhm    ungehemmt Gefühle   austoben. Mittoben darf erstmals auf der Felsenbühne Jimmy Hartwig,  bekannter Fußballspieler  der 80er Jahre, als Habsburgs Kaiser Josef II.

Poetisch, sinnlich und akrobatisch abgehoben soll der „Sturm“, William Shakespeares letztes Drama  um Rache und Verrat, in Wunsiedel wirken, versprechen die Theatermacher.

Bei der Uraufführung von „Zeitelmoos – im Bann der Mächte“ werden sich  hingegen Sagen aus dem Fichtelgebirge samt  einer Familientragödie zum  ersten Fantasy-Musical auf dieser altgedienten Wunsiedler Freilichtbühne mixen.

Mehr zum Programm findet sich unter www.luisenburg-aktuell.de

 

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