Marc schreibt vom Gemetzel am Fluß Isonzo, vom Krieg der Italiener gegen Österreich, wo die beiden Nachbarn insgesamt ein gutes Dutzend Schlachten austragen werden. In dem Augenblick, da er an seine Frau schreibt, weiß der bayerische Leutnant noch nicht, dass sich auch für ihn Gewaltiges vorbereitet. Er denkt immer wieder an die Kunst, an seine Ausdrucksform der Zukunft. Mit 40, 50 Jahren, so denkt er, werde er seine besten Bilder malen können. „Ich bin mit nichts in mir fertig“, schreibt er einmal. Die oberste deutsche Heeresleitung aber hat andere Pläne. Sie will den Gegner bei Verdun aus der Reserve locken. Mit einer beispiellosen Feuerwalze und dem Einsatz von Zehntausenden Soldaten beginnt sie den Angriff. „Nun sind wir mittendrin in diesem ungeheuerlichsten aller Kriegstage“, schreibt Franz Marc. Eine Woche später ist er tot, gerade mal 36 Jahre alt ist er geworden. Und die Dichterin Elske Lasker-Schüler ruft ihrem künstlerischen „Halbbruder“ ergreifende Worte nach: „Der blaue Reiter ist gefallen, ein Großbiblischer, an dem der Duft Edens hing. Über die Landschaft warf er einen blauen Schatten. Er war der, der die Tiere noch reden hörte.“