Von Sydney nach Bayreuth Thorsten Klink ist neuer Chefarzt der Radiologie

Dr. Thorsten Klink ist neuer Chefarzt der Radiologie am Klinikum. Einen Schwerpunkt will er auf die Forschung legen. Foto: red

BAYREUTH. Privatdozent Dr. Thorsten Klink ist neuer Chefarzt des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie an der Klinikum Bayreuth GmbH. Sein Ziel: noch bessere Bildgebung bei noch weniger Strahlenbelastung für Patientinnen und Patienten, heißt es in einer Mitteilung des Klinikums.

Thorsten Klink hat an der Universität Lübeck Medizin studiert, war danach in der Herz- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel tätig. Im Jahr 2008 wechselte er Ort und Fach – am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wurde er Assistenzarzt der Radiologie.

„Die Radiologie hat mir schon während meines Studiums Spaß gemacht“, sagt Klink. „Sie ist ein vielseitiges und modernes Fachgebiet. Und sie betrachtet den gesamten Patienten, von Kopf bis Fuß.“ Während seiner Hamburger Zeit schloss Klink zudem seine Weiterbildung zum Facharzt ab.

Einer, der nie auslernen will

Genug gelernt? Nein, so tickt Thorsten Klink nicht. Am Insel-Spital im schweizerischen Bern fokussierte er sich auf die Magnetresonanztomographie (MRT), forschte auf dem Gebiet der Diagnostik von rheumatologischen Erkrankungen und qualifizierte sich in der kardiovaskulären Bildgebung.

„Und ab 2014 stand bei mir die interventionelle Spezialisierung im Mittelpunkt“, sagt Klink. Dieses Spezialgebiet umfasst den therapeutischen Teil des Faches Radiologie. Bei der interventionellen Radiologie werden unter Bildsteuerung per Ultraschall, CT, MRT oder Angiographie therapeutische Eingriffe beispielsweise im vaskulären und biliären System (zum Beispiel bei arterieller Verschlusserkrankung oder tumorbedingtem Verschluss des Gallengangsystems) sowie in parenchymatösen Organen (etwa Radiofrequenzablation von Lebermetastasen) vorgenommen.

Ein breites Portfolio an interventionellen Therapieverfahren erarbeitete sich Klink an der Universitätsklinik in Würzburg. Und seine Habilitation zum Thema „Optimierung der Bildqualität und Reduktion der Strahlendosis bei der CT des Herzens“ ebenfalls.

Der nächste Schritt war einer ans andere Ende der Welt: In den vergangenen zwei Jahren arbeitete Klink an der Australian Telemedicine Clinic in Sydney. „Wir haben teleradiologische Diagnostik für Kliniken in ganz Nordeuropa angeboten“, berichtet der heute 41-Jährige.

Dabei machen sich die beteiligten Kliniken den Zeitunterschied und die modernen Datennetze zunutze. Über Nacht bekommen europäische Kliniken qualitativ hochwertige diagnostische Leistungen aus Australien, denn dort ist es ja Tag. „Ich habe nach einem Auslandsaufenthalt im englischsprachigen Raum gesucht“, sagt Klink. „Ich wollte modernste radiologische Verfahren und Versorgungsmöglichkeiten kennenlernen, und konnte Erfahrungen mit ersten Diagnostiksystemen mit Künstlicher Intelligenz sammeln.“

Sydney war von Anfang an als Zwei-Jahres-Aufenthalt geplant. „Ich habe mich von Australien aus neu orientiert und dabei ist mir die Klinikum Bayreuth GmbH sehr positiv aufgefallen.“ Denn hier tut sich vieles: Der Medizin-Campus Oberfranken interessiert Klink sehr – in diesem Vorhaben will er sich einbringen. „Forschung und Lehre haben mir immer Spaß gemacht.“

Sein Ziel am Klinikum ist die Weiterentwicklung einer bereits jetzt gut laufenden Radiologie. Konkret steht die Etablierung eines eigenen MRT-Scanners an, was die diagnostischen Möglichkeiten am Klinikum nochmals erweitern und verbessern wird. Das radiologische Institut möchte er zudem in den nächsten Jahren zu einem zertifizierten Zentrum für Herz- und Gefäßbildgebung weiterentwickeln. Und auch das interventionelle Therapieangebot soll noch weiter ausgebaut werden.

In der Forschung wird Klink Schwerpunkte in der Vaskulitisdiagnostik, also der Erforschung von Entzündungen von Arterien, Arteriolen, Kapillaren, Venolen und Venen, setzen. Vaskulitis schädigt Organe, ihre Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Auch der Reduzierung der Strahlenbelastung für Patienten bei radiologischen Untersuchungen will sich Klink widmen.

Bayreuth kommt zum richtigen Zeitpunkt

Für Thorsten Klink und seine Familie kommt Bayreuth zu rechten Zeit. Seine Kinder sind drei und fünf Jahre alt, die ältere Tochter kommt nächstes Jahr in die Schule. Mit Englisch wird sie mal keine Probleme haben – das spricht sie seit dem Australien-Aufenthalt fließend.

 

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