Das ist ein großer Schritt für den 1,98 Meter großen 24-Jährigen, der seinen Heimatverein bisher noch nie verlassen hat. „Als ich vier oder fünf war, habe ich in Landshut angefangen Handball zu spielen und habe seitdem von den Minis bis zu den Männern alle Mannschaften durchlaufen“, berichtet Gretsch. „Es ist schon ein bisschen komisch, jetzt nach fast 20 Jahren Abschied zu nehmen.“, erzählt Gretsch. Umso mehr hätte er sich einen emotionaleren Abschied gewünscht, als es in der aktuellen Situation möglich ist: „Vielleicht kann man das ja nachholen, wenn sich das Ganze wieder normalisiert hat.“

Auf der anderen Seite freut er sich aber auch auf die neue Aufgabe: „Es waren immer schöne und spannende Duelle gegen Bayreuth. Haspo hat eine sehr ähnliche Philosophie wie mein Heimatverein. Man setzt viel auf die eigene Jugend und zeigt, dass man mit geringen finanziellen Mitteln erfolgreich Handball spielen kann.“ Zudem habe das Gesamtpaket gepasst. Nachdem Gretsch sein Bachelorstudium in Regensburg erfolgreich abgeschlossen hat, möchte er den Master nun in Bayreuth „meistern“.

Durch seine Größe und seine stämmige Statur verspricht der gebürtige Landshuter vor allem in der Abwehr eine weitere Verstärkung für Haspo. Doch auch offensiv hat Gretsch seine Qualitäten in bislang sieben Bayernliga-Jahren konstant unter Beweis gestellt. In der aktuellen Saison erzielte er 61 Tore, obwohl er zu Beginn von einer Verletzung am Daumen gebremst worden war und erst zur Mitte der Hinrunde voll einsteigen konnte. „Auf Linksaußen fühle ich mich am wohlsten“, sagt Gretsch über seine Lieblingsrolle. Er zeigte im Laufe der Saison aber auch, dass er im linken Rückraum eine Waffe sein kann. Das bekam nicht zuletzt Haspo zu spüren, als das letzte Spiel der Saison in Landshut mit 27:28 verloren ging. Gretsch war dabei mit sechs Toren der erfolgreichste Schütze der Niederbayern und hielt ihre Abwehr zusammen. Damit hatte er großen Anteil daran, dass die Bayreuther nun einen Punkt zu wenig auf dem Konto haben, um in der Abschlusswertung der Liga sicherer Meister und Aufsteiger zu sein. „Im Nachhinein ist das natürlich etwas bitter“, bekennt Gretsch. „Aber zu dem Zeitpunkt habe ich noch für Landshut gespielt und es war klar, dass ich alles reinwerfe.“

Nun ist auch für ihn selbst die künftige Ligazugehörigkeit offen: „Klar ist schon, dass wir die Herausforderung in der dritten Liga sehr gerne annehmen würden.“ Für seinen Heimatverein gilt das dagegen nicht. Die TG Landshut hatte zwar beim Abbruch der Saison als Tabellendritter ebenfalls noch gut Chancen auf die Meisterschaft, aber die Vereinsführung hat verkündet, dass sie keinen Lizenzantrag für die dritte Liga stellt.