Theo Adams erster Eintrag datiert im Jahr 1952 als Hermann Oertel in „Die Meistersinger von Nürnberg“. Es waren die kleinsten Rollen, mit denen der Bassbariton aus Dresden in Bayreuth begann. Man konnte sich damals offenbar noch viel Zeit lassen, um den Weg vom Seifensieder zum Wotan zu beschreiten. So folgten für Adam in den weiteren Jahren zunächst der zweite Gralsritter in „Parsifal“, Vierter Edler in „Lohengrin“ und der Steuermann in „Tristan und Isolde“. Erst acht Jahre später schloss sich mit Veit Pogner eine weitaus umfangreichere Rolle an. Im Jahr 1963 trat Theo Adam dann zum ersten Mal in Bayreuth als Wotan in Erscheinung – eine der Rollen, mit denen er Operngeschichte schreiben sollte. Bis 1975, in der „Ring“-Inszenierung von Wolfgang Wagner, sang er die Partie auf dem Grünen Hügel. Den Gurnemanz bis 1980. Zu einer weiteren Glanzrolle zählte Hans Sachs. Insgesamt waren es mehr als 100 Partien, die der Dresdener Kammersänger in den größten Opernhäusern der Welt verkörperte.
Vom Seifensieder zum Wotan Wagner-Sänger Theo Adam im Alter von 92 Jahren gestorben
Von Roman Kocholl 14.01.2019 - 09:15 Uhr