Unternehmerinnen-Award Mit dem Online-Portal zum richtigen Job

Patricia Knoll (links) und Olivia Hofmann kennen sich schon seit ihrer Schulzeit. Die beiden Bayreutherinnen möchten mit ihrem Stellen-Portal Jobtrüffel im Januar 2020 loslegen. Foto: Lena Buckreus

BAYREUTH. Die Gründerinnen Patricia Knoll und Olivia Hofmann aus Bayreuth stehen mit ihrer Firma Jobtrüffel in den Startlöchern. Anfang des nächsten Jahres soll es losgehen. Für die beiden wird es auch Ende Oktober spannend: Sie wurden für den Unternehmerinnen-Award in der Kategorie Start-up vorgeschlagen.

„Wir haben zur Schulzeit schon ein Unternehmen gegründet“, erzählt Patricia Knoll und schaut ihre Geschäftspartnerin und Mitgründerin Olivia Hofmann grinsend an. Die beiden 27-Jährigen sind seit der sechsten Klasse unzertrennlich, sind beide aufs MWG gegangen, haben dann BWL in Bayreuth studiert und im Master die Vertiefung Technology, Operations, Processes belegt. „Ein bisschen wie Zwillinge, wir haben nämlich auch noch am gleichen Tag Geburtstag“, sagt Hofmann.

Was in der Schule spielerisch mit einer Gründer-AG begann, hat die Freundinnen nie so richtig losgelassen. Im Bachelor-Studium machen die jungen Frauen zusammen mit zwei Kommilitoninnen beim Fünf-Euro-Business-Wettbewerb mit und gewinnen diesen prompt mit ihrem Kinderbuch „Leon und der steinerne Wächter“, das die Opern von Richard Wagner kindgerecht in einer Abenteuergeschichte verpackt. „Das Buch gibt’s noch in einigen Bayreuther Buchhandlungen und in der Touristinformation zu kaufen“, sagt Patricia Knoll.

2020 ganz durchstarten

Und jetzt sind die Bayreutherinnen wieder dabei „ein Baby auf die Beine zu stellen“, wie es Hofmann mit einem Augenzwinkern ausspricht. Diesmal in Eigenregie, seit Januar dieses Jahres ist das Baby Jobtrüffel dabei zu wachsen.

„Inzwischen gibt es für Interessierte eine erste Anlaufstelle, bevor das richtige Portal online geht. Zu finden ist diese unter jobtrueffel.com. Ganz durchstarten möchten wir im Januar 2020, wenn wir das benötigte Kapital haben“, erzählt Knoll.

Das Konzept und das Design für das etwas andere Jobportal steht, der Anfang ist gemacht. Was die jungen Gründerinnen von anderen Anbietern unterscheidet: Die beiden wollen ein Portal bauen, bei dem sich alles um den Kunden dreht. Und von den Firmen, die Stellen auf Jobtrüffel anbieten, soll es beispielsweise ausführliche Porträts geben.

„Wir möchten sozusagen die Trüffel – also die Benefits – der Unternehmen für die Bewerber sichtbar machen. Das können zum Beispiel flexible Arbeitszeiten, ein Sabbatjahr oder das Homeoffice sein“, erklärt Hofmann.

Fokus auf Oberfranken und die Oberpfalz

Außerdem machen die jungen Frauen Lust auf die Region, wollen den Job-Interessenten ein Gefühl von der Umgebung übermitteln. Denn: „Arbeit und Leben muss miteinander vereinbar sein, Freizeitaktivitäten gehören da genauso dazu wie die richtige Stelle“, sagt Hofmann. Jeder soll so zukünftig einen Job finden können, der perfekt auf die jeweiligen Lebensumstände und Ansprüche angepasst ist.

In den ersten zwei Jahren wird sich das Start-up hauptsächlich auf Oberfranken und die Oberpfalz konzentrieren. Die Region werde unterschätzt und viele Absolventen ziehe es deshalb in die großen Städte, sind sich die Freundinnen einig.

Durchgearbeitete Wochenenden gehören dazu

Dass es in der Umgebung auch ganz schön ist, zeigen die Gründerinnen auf ihrer Instagramseite Heimattrüffel. „Wir waren schon Kanufahren, klettern und bei verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Region. So lernt mein seine Heimat selbst ganz anders kennen“, sagt Knoll und lacht. „Und so kommen wir wenigstens mal raus.“

Durchgearbeitete Wochenenden und fast keine Freizeit gehören zum Alltag der Gründerinnen, beide haben zusätzlich noch Halbtags-Jobs bis ihr Start-up Gewinn bringt. Einer der nächsten Schritte, den die beiden Frauen jetzt gehen, ist die Investorensuche.

Das gestalte sich nicht ganz einfach, es sei immer ein bisschen eine Achterbahnfahrt der Gefühle. „Aber wir glauben an uns und können uns in unserer eigenen Firma verwirklichen. Auch unserer Familien stehen hinter uns. Dafür müssen wir erst einmal den unsicheren Weg gehen - ohne eine Anstellung mit Top-Gehalt“, erzählt Patricia Knoll.

Erste Praktikantin auch schon da

Bisher gibt es noch keinen festen Jobtrüffel-Sitz, auch das soll sich mit dem neuen Jahr ändern. Zurzeit nutzen die beiden ihre Privatwohnungen oder Büroräume von Firmen wie Viewento, die die Gründerinnen bei ihrem Vorhaben unterstützen.

Die erste Praktikantin von Knoll und Hofmann, die steht schon in den Startlöchern: Ab Ende August wird diese Start-up-Luft schnuppern. „Wir möchten auf jeden Fall moderne Arbeitgeber sein und unseren zukünftigen Mitarbeitern vieles möglich machen“, sagt Hofmann. Und das Wichtigste für die beiden: „Wir können uns zu 100 Prozent aufeinander verlassen, wir kennen uns schon ewig, sehen uns jeden Tag und können trotzdem privat gut miteinander“, sagt Knoll.


Der Unternehmerinnen-Award: Der Unternehmerinnen-Award 2019 Oberfranken der Mittelstandsvereinigung BVMW wird am Dienstag, 29. Oktober, im Bayreuther Liebesbier verliehen.

Geehrt werden die Damen in verschiedenen Kategorien: Unternehmerin des Jahres 2019, Start-up Unternehmerin des Jahres 2019 und dem Herzenspreis – die Frau im Unternehmen 2019.

Als Laudatoren für die Preisverleihung treten unter anderem die CSU-Bundestagsabgeordnete Silke Launert und Sissy Thammer an. Für die Auszeichnung vorgeschlagen werden konnten Unternehmerinnen aus ganz Oberfranken. Und auch die Awards selbst werden von Firmen aus der Region hergestellt und designt. Weitere Infos gibt's hier.

 

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