Uni Bayreuth zweimal dabei Fördermittel für das Design neuartiger Biomaterialien

Prof. Thomas Scheibel, Lehrstuhl für Biomaterialien. Foto: red

Exzellenzverbünde in Bayern: Freistaat vergibt 32 Millionen in den nächsten fünf Jahren. Bayreuth forscht Biomaterialien und ökologischen Folgen des globalen Wandels.

Bayreuth/München - Mit rund 32 Millionen Euro fördert der Freistaat mit dem Programm „Exzellenzverbünde und Universitätskooperationen“ (EVUK) sechs übergreifende Forschungsprojekte in den nächsten fünf Jahren. Wie das Wissenschaftsministerium in München mitteilte, ist die Universität Bayreuth an zwei von fünf Förderanträgen beteiligt.

Die Bayreuther Universität erhält zum einen eine Förderzusage für das Projekt „Function by Design: Cellular Hybrids“ zum Thema Biomaterialien. Der zweite Antragsteller ist die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Auf eigene Kosten wird zudem die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) daran mitwirken.

Biomedizinische Werkstoffe

Der Sprecher dieses Verbundes ist nach Angaben der Universität der Bayreuther Professor Thomas Scheibel vom Lehrstuhl Biomaterialien. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten stehen sogenannte zelluläre Hybridmaterialien. Hierbei handele es sich um Polymere Werkstoffe, die über ihr Design eine zuvor nicht vorhandene Funktion erzielen, etwa für spezielle Anwendungen in oder am Menschen.

Dafür sollen diese Materialien zusammen mit menschlichen Zellen neue maßgeschneiderte Eigenschaften erzielen, Heilungsprozesse fördern oder biologische Funktionen übernehmen. „Material und Gewebe sind in diesen Hybriden kombiniert und werden in Zukunft eine entscheidende Bedeutung in der Biomedizin spielen.“ Zum Design solcher Materialien bedürfe es wissenschaftlicher Kenntnisse aus Natur-, Lebens- und Ingenieurwissenschaften und der Informatik.

Auswirkungen des globalen Wandels

Das zweite Verbundprojekt mit Bayreuther Beteiligung trägt den Titel „Auswirkungen des globalen Wandels auf Biodiversität und Ökosystemfunktionen“. Diese wird ebenfalls gemeinsam mit der JMU entwickelt und dreht sich um die komplexen Veränderungen der Umwelt, was Klima, Landnutzung, Schadstoffe und Ressourcenverbrauch anbelangt. Der Verbund ist ebenfalls interdisziplinär ausgerichtet, um zu einem besseren Verständnis der Folgen für die Biodiversität, Ökosysteme und geochemische Stoffkreisläufe sowie Wirtschaft und Gesellschaft zu gelangen. Hierbei sollen auch neue Verfahren auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz vorkommen, um Daten zusammenzuführen. Die Koordination übernimmt dabei die Universität Würzburg, die Forschungsarbeiten an der Universität Bayreuth werden von Professor Christian Laforsch am Lehrstuhl Tierökologie I geleitet.

Auch die Universitäten in Regensburg und die Technische Universität München (TUM) profitieren von Fördermitteln, die aus der Hightech Agenda Bayern und der Hightech Agenda Plus stammen. Für diese Technologieoffensive stellt der Freistaat insgesamt 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

Die bayerischen Forschungsverbünde, die sich des Weiteren um Grüne Gentechnik, Immunologie und Grünen Wasserstoff drehen, sollen damit ihre Chancen bei der bundesweiten Exzellenzstrategie 2026 verbessern. Diese soll den Wissenschaftsstandort Deutschland international stärken.

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