Umweltausschuss Viel Lob für 600 Seiten Klimaschutzkonzept

Erneuerbare Energien statt fossile Brennstoffe. Wie die Stadt ihre Klimaziele einhalten kann – darüber berichtet das Klimaschutzkonzept der Stadt Bayreuth, das jetzt im Umweltausschuss vorgestellt wurde. Foto: red

Rund 600 Seiten umfasst das Klimaschutzkonzept der Stadt Bayreuth, das die beiden Klimaschutzmanagerinnen der Stadt Bayreuth in anderthalbjähriger Arbeit erstellt haben. Am Montag wurde es dem Umweltausschuss des Stadtrates präsentiert, der voll der Lobes zustimmte.

Kritik blieb aus, der Inhalt wurde nicht beraten: Dafür waren deutliche Worte der Anerkennung und des Lobes zu hören im Umweltausschuss des Stadtrates. So zollte Gabi Hemmer (Grüne) den beiden Klimamangerinnen der Stadt Gesa Thomas und Jana Edlinger größten Respekt für ihre Leistung, die sie – obwohl als Teilzeitkräfte beschäftigt – in eineinhalb Jahren erstellt haben. Anlass der Lobesworte: ein rund 600 Seiten starkes Werk namens „Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Bayreuth“ inklusive Dreijahresaktionsplan und Strategieplan.

Kurze Vorstellung

Das Klimaschutzkonzept setze sich schwerpunktmäßig aus der Treibhausgasbilanz, den Potenzialstudien, den Zielen, den Reduktionspfaden und der strategischen Ausrichtung sowie dem kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmekatalog zusammen, berichtete vorweg Winfried Horcher, der Leiter des Umweltamtes, und gab damit Zuhörer und Pressevertretern einen kurze Vorstellung darüber, was im Klimaschutzkonzept eigentlich steht. Vom 600-Seiten-Werk selbst konnten sich vorab nur die Stadträte ein Bild machen. CSU-Stadtrat Helmut Parzen hatte es, wie er sagte, am Wochenende immerhin überflogen.

Zwei Untergruppen

Der Maßnahmekatalog wiederum teile sich in zwei Untergruppen auf, berichtete Horcher weiter. Da seien zum einen die kurzfristigen Maßnahmen, die möglichst zeitnah innerhalb der nächsten drei Jahre umgesetzt oder begonnen werden sollen. Um welche Maßnahmen es sich handelt, erläuterte er nicht. Den zweiten Teil bilden jene Maßnahmen, die mittel- und langfristig umgesetzt werden sollen. Klar sei, betonte Oberbürgermeister Thomas Ebersberger, dass es sich beim Klimaschutzkonzept um ein Strategiepapier handle, das immer wieder fortgeführt werden soll. Wünsche, wie sie von außen zu hören seien und propagiert würden, können hingegen nicht unbedingt umgesetzt werden. Was hingegen machbar sei, werde auch gemacht. Und was vermieden werden könne, werde vermieden. Ebersberger: „Das Klimaschutzkonzept kann jederzeit erweitert werden.“ Dabei dürfe aber nicht übersehen werden, dass auch die Stadtentwicklung weiter fortgesetzt werde. Man müsse beides, Stadtentwicklung und Bevölkerung, zusammenbringen.

Eine gute Sache

Stadtrat Mirko Matros eröffnete den Reigen der Lobesworte. Klimaschutz sei wichtig, betonte er. Und dankte den Initiatoren, die die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes angestoßen hätten: Fridays für Future. Eckhard Sabbarth (Linke) bezeichnete das Klimaschutzkonzept als eine „gute Sache“. Man müsse alle Möglichkeiten nutzen, die für den Klimaschutz taugen. Als Beispiel führte er die Nutzung von Abwasserwärme an, wie sie die Gewog in ihren Gebäuden in den Mainauen nutze. Frank Hofmann (Bayreuther Gemeinschaft/BG) bezeichnete Klimaschutz als ein „ganz wichtiges Thema“. Man müsse nun in den kommenden drei Jahren durchstarten und mit der Umsetzung der ersten Maßnahmen beginnen. Dabei gelte es auch, die städtischen Beteiligungen zu berücksichtigen. Es seien dicke Bretter, die gebohrt werden müssen, betonte Hofmann. Der Umfang des Klimaschutzkonzeptes zeige die Größe der Aufgabe, die auf die Stadt zukomme, sagte Gert-Dieter Meier (Die Unabhängigen/DU). Das Thema Klimaschutz treibe den Stadtrat schon seit langem um und werde das auch weiterhin auf vielen Ebenen tun. Das Papier müsse nun mit Leben gefüllt werde, verlangte Meier, indem auch Bürger und Institutionen involviert werden. CSU-Stadtrat Parzen plädierte dafür, abzuwägen, welche Maßnahmen schnell abgearbeitet werden können. Als Beispiel nannte er die Umstellung der Beleuchtung. Torsten Lange (BG) plädierte dafür, die Bevölkerung und Betriebe mit ins Boot zu holen. „Wir müssen in die Öffentlichkeit gehen“, sagte er und schlug vor, einen Runden Tisch zu gründen.

Sonntagsreden

Gabi Hemmer (Grüne) betonte, das Konzept würde beinhalten, was in den vergangenen Jahren versäumt worden sei. Entsprechende Hinweise ihrer Fraktion seien nicht gehört oder abgewiesen worden. Dabei habe man immer wieder auf die Notwendigkeit, dem Klimaschutz mehr Bedeutung zuzumessen, hingewiesen. Nun sei zu hoffen, dass man sich nicht auf dem Klimaschutzkonzept ausruhe und es nicht in einer Schublade verstaube. Hemmer: „Wir müssen jetzt in die Puschen kommen, um die Klimaziele zu erfüllen.“ Dazu gehöre auch, dass Stadtentwicklung und Klimaschutz miteinander verzahnt werden. Oberbürgermeister Ebersberger und Bürgermeister Andreas Zippel forderte sie auf zu beweisen, dass sie keine Sonntagsreden halten, sondern Taten folgen lassen.

Dem Vorschlag der Verwaltung, das Klimaschutzkonzept zu beschließen und die Verwaltung zu beauftragen, das Konzept umzusetzen, stimmten die Mitglieder des Umweltausschusses zu. Die Umsetzung solle im Rahmen der personellen und finanziellen Ressourcen erfolgen.

Info: In seiner nächsten Sitzung am morgigen Mittwoch um 15 Uhr im großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses wird sich der Stadtrat mit dem Klimaschutzkonzept beschäftigen.

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