Seit Montag hatte der Rennstallleiter mit Daimler-Chef Ola Källenius und Starpilot Hamilton diskutiert, am Mittwochabend einigten sie sich darauf, die Saison 2021 abzuhaken – obwohl sie nach wie vor der Meinung sind, dass sich die Rennleitung in den letzen fünf Runden nicht ans Regelwerk gehalten habe. Seine Vorwürfe sieht Wolff nicht entkräftet, aus seiner Sicht liegt die Hauptproblematik in der Struktur der Formel 1. Bei einer Berufung müsste das Fia-Sportgericht entscheiden, ob Fia-Rennleiter Masi die Fia-Regeln korrekt angewendet hat. Man könnte von einem internen Interessenskonflikt sprechen. „Das ist, als müsste sich ein Schüler selbst die Noten im Zeugnis geben“, betonte Wolff und legte sich die passenden Worte akribisch zurecht, „ich bin überzeugt: Vor einem regulären Gericht hätten wir in diesem Fall mit dieser Sachlage gewonnen.“ Dabei sieht er die Person Michael Masi nicht als Ursache des Problems an. Mercedes hat laut Aussage des 49-Jährigen kein Interesse daran, jemand anderen auf dem Posten des Rennleiters zu platzieren – aber ein Weiter- so wird es mit Mercedes auch nicht geben. „Wir müssen diesen Vorfall nutzen“, erklärte Wolff mit ernster Miene, „um zu analysieren, wie man das besser managen kann. Wie man diese Probleme ausräumen und den Sport damit verbessern kann.“ Das gesamte Regelwerk hat offenbar zu viele Grauzonen, die Interpretationsspielraum bieten.