„Die Jungs sind heiß auf ihren alten Verein“, hatte SpVgg-Trainer Timo Rost im Vorfeld gesagt – und brachte die Ex-Schweinfurter Christopher Kracun, Alexander Piller und Philip Messingschlager von Anfang an. Und das Trio zahlte dieses Vertrauen während der gesamten 90 Minuten zurück.

Vom Anpfiff weg legten die Altstädter den Vorwärtsgang ein, setzten die Unterfranken mit einem beweglichen Mittelfeld permanent unter Druck und erzwangen Stresssituationen auf Seiten der Grünweißen. Erste Torannäherungen blieben auch nicht aus, per Freistoß zwang Kracun Gästetorwart Luis Zwick zu einer ersten Parade (8.), nur vier Zeigerumdrehungen später traf der 26-Jährige ebenfalls mit einem Freistoß, diesmal aus 17 Metern in zentraler Position, nur die Querlatte. Das Momentum lag klar auf Altstädter Seite, und sie nutzten es auch: Patrick Weimars Freistoß wurde von Tobias Weber per Kopf in Richtung Mitte befördert, wo der Schweinfurter Aaron Frimpong Manu den Ball ins eigene Tor bugsierte (24.).

Rudelbildung und Rot für Trainer Rost

Danach freilich kochten die Emotionen hoch: Weimar, der in den Anfangsminuten bereits verwarnt worden war, sah nach einem Foul gegen Manu an der Mittellinie die Ampelkarte. Bei der sich anschließenden Rudelbildung lieferte sich Trainer Timo Rost einen heftigen Disput mit dem Schweinfurter Tim Danhof, der sich hinter dem Rücken des Unparteiischen eine Tätlichkeit erlaubt hatte, und bekam sogar die Rote Karte (27.) gezeigt.

Doch blieben die Altstädter von all dem unbeeindruckt, waren nach wie vor mehr als auf Augenhöhe mit dem bis dato enttäuschenden Favoriten und konterten in Unterzahl ein ums andere Mal gefährlich. Steffen Eder hatte nach einer Hereingabe von Piller das 2:0 auf dem Fuß, verzog aber knapp (39.), 120 Sekunden war Piller alleine durchgebrochen, zielte aber knapp am Tor und einer höheren Führung vorbei.

Doppelschlag bringt die Vorentscheidung

Das holten die Altstädter aber im zweiten Durchgang nach – mit tatkräftiger Unterstützung der Schweinfurter. Nach einem weiten Abschlag von SpVgg-Torhüter Sebastian Kolbe verschätzte sich Gästeverteidiger Lukas Billick und Ivan Knezevic war der lachende Dritte (52.). Nur 60 Sekunden später verlor Marco Fritscher einen Zweikampf gegen Sascha Marinkovic, dessen Vorlage Steffen Eder mit dem 3:0 vergoldete. Schweinfurter Gegenwehr? Ließen die bärenstarken Altstädter erst dann zu, als ihre Kräfte nachließen. Doch zu mehr als dem Anschlusstreffer durch den eingewechselten Florian Pieper kamen sie nicht mehr.

Statistik

SpVgg Bayreuth: Kolbe – Weimar, Weber, Eder (59. Fenninger), Messingschlager – Piller, Wolf, Kracun, Makarenko (21. Schiller) – Marinkovic (73. Koussou), Knezevic.

FC Schweinfurt 05: Zwick - Fritscher, Kleineheismann, Billick, Lo Scrudato – Danhof, Manu (46. Suljic), Fery, Maderer (46. Laverty), Krätschmer – Jabiri (65. Pieper).

SR: Haslberger (St. Wolfgang); Ecken: 1:7; Zuschauer: 1449.

Tore: 1:0 Manu (24. - Eigentor), 2:0 Knezevic (52.), 3:0 Eder (53.), 3:1 Pieper (79.).