Doch während der Polarwirbel normalerweise stabil mit seinem Zentrum über der Arktis bleibt, hat er sich nun ungewöhnlich weit nach Süden ausgebreitet. Dazu tragen nach Angaben von DWD-Sprecher Gerhard Lux auch die besonderen geografischen Gegebenheiten Nordamerikas bei: Die von Norden nach Süden verlaufenden Rocky Mountains bilden immer wieder eine Art Leitplanke.
Starker Wind lässt die gefühlte Temperatur noch kälter als ohnehin erscheinen. In den USA spricht man bei den gefühlten Temperaturen von "Windchill"-Werten. Der "Windchill-Effekt" beschreibt die Abkühlung der Haut bei erhöhter Windgeschwindigkeit. Die arktische Winterkeule reichte bis in den Nordosten des Landes hinein. In Metropolen wie New York und Philadelphia trieben Sturmböen den Schnee durch die Luft und vernebelten so immer wieder die Sicht.
US-Präsident Donald Trump hatte die Kältewelle in den vergangenen Tagen zum Anlass genommen, um über den Klimawandel zu spotten. "Was zur Hölle ist nur mit der globalen Erderwärmung los? Bitte komm' schnell wieder, wir brauchen dich!", schrieb er auf Twitter mit Blick auf das Wetter.
Der Republikaner hat die Existenz eines von Menschen verursachten Klimawandels in der Vergangenheit wiederholt angezweifelt. Die eisigen Temperaturen sind nach Forscherangaben aber keineswegs ein Zeichen für einen stockenden globalen Klimawandel. Auch die US-Wetterbehörde NOAA - die Teil von Trumps Regierung ist - erklärte am Dienstag, Winterstürme seien kein Beleg dafür, dass es die globale Erwärmung nicht gebe.