Tüchersfeld Alte Kapelle in neuem Glanz

Rosi Thiem
Martin Held, Vorsitzender der Ortsgruppe Tüchersfeld im Fränkische-Schweiz-Verein, vor der renovierten Kapelle. Er und seine Vereinsmitglieder hatten großen Anteil daran, dass das kleine Gotteshaus in neuem Glanz erstrahlt.Auch das neue Altarbild wird ein Anziehungspunkt vieler Passanten und Wanderer sein. Foto: Rosi Thiem

Die 1730 erbaute Marien-Kapelle in Tüchersfeld hatte eine Generalüberholung dringen nötig. Dank des Fränkische-Schweiz-Vereins und einer engagierten Bürgerin erstrahlt sie in neuem Glanz.

Von Rosi Thiem

Es fällt sofort auf. Das Altarbild der 1730 erbauten Marienkapelle in Tüchersfeld ist neu. Der Pegnitzer Künstler Horst Welzel hat eine neue Madonna-mit-Kind-Darstellung auf Öl geschaffen, die das alte pastellfarbige Bild ablöst. Das Vorgängergemälde war durch die Feuchtigkeit teilweise verschimmelt, setzte Stockflecken an und musste erneuert werden. Das jetzige farbenfrohe Bild gleicht etwas dem Marienbild in der Tüchersfelder Filialkirche Herz Jesu, findet Rosa Schatz. Sie pflegt die Kapelle schon lange, möchte aber kein großes Aufhebens darum machen. Sie tue es gern, sagt sie.

„Wir haben jetzt bei unseren Renovierungsarbeiten das Dach komplett vom lästigen Moos befreit. Das rote Dach war total grün“, erklärt der Vorsitzende der FSV Ortsgruppe Tüchersfeld des Fränkische-Schweiz-Vereins, Martin Held. Grund sei der nahe Wald und die dadurch entstehende Beschattung. „Wir waren mit mehreren Freiwilligen allein zwei Abende darüber, die Dacheindeckung mit Spachteln, Drahtbürsten und Besen von dem hartnäckigen Belag zu befreien“, sagt er. Aber damit nicht genug. Die Dachrinnen wurden gesäubert und die Sandsteineingangstreppe abgestrahlt. „Die letzte große Renovierung war 2004“, erinnert sich der Tüchersfelder: „Jetzt war es wieder höchste Zeit.“

2020 beauftragten Georg und Rosa Schatz auf eigene Kosten einen ortsansässigen Maler, um die Innenräume farblich neu und frisch zu gestalten. In der Folgezeit bekamen die Außentüre und die Gebetsbänke einen neuen Anstrich. „Nun waren durch das viele Moos die Außenwände grün. Ich muss mich wirklich bei allen vom Verein bedanken, die immer wieder ein paar Stunden Zeit investiert und angepackt haben. Jeder kam, wie er eben Zeit hatte. Da kann ich mich auf meine Tüchersfelder verlassen“, sagt Martin Held anerkennend.

Die Farbe und die Kosten für das neue Bild übernahm die Familie Schatz. „So was ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich“, lobt er die bescheidene Tüchersfelder Familie. „Die Rosa Schatz schaut auch immer wieder nach dem Rechten, pflegt die Kapelle und die Blumen“, lobt er.

Doch Rosa Schatz winkt ab. „Ich arbeite lieber im Stillen und freue mich, wenn etwas gemacht wird, wie jetzt über den FSV“, sagt sie und erinnert sich, dass die Kapelle vor der großen Renovierung 2004 total verfallen war. Für die heute 79-Jährige ein Grund, sich seit damals zu engagieren.

Die Marienkapelle, über die man sich erzählt, dass sie aus den gleichen Steinen wie die nah gelegene Basilika in Gößweinstein und zur gleichen Zeit gebaut wurde, liegt am Frankenweg. Sie ist deshalb ein Treffpunkt für viele Wallfahrer und Wanderer. Aber nicht nur das. „Wir haben hier auch den Wallfahrerweg, den Leo-Jobst-Weg, den Main-Donau-Weg, und eine Verbindung führt zum bekannten Marienweg“, zählt Martin Held, der Vorsitzende des mit über 180 Mitgliedern größten Tüchersfelder Vereins auf. „Neben dem Umgriff bei der Kapelle haben wir auch an zwölf Standorten rund um Tüchersfeld neue Sitzgruppen und Bänke gebaut. Das Holz dazu bekamen wir vom Bauhof Pottenstein, das Schrauben, Bohren und Montieren übernahmen wir Tüchersfelder“, sagt er.

Der Wunsch, wieder Maiandachten an dem malerischen Ort zu halten – die letzte war 2004 – wird nun wahr. „Am kommenden Sonntag um 14.30 Uhr ist bei uns vor der Kapelle wieder eine Maiandacht, die Ruhestandspfarrer Hans Stiefler hält und von der Blaskapelle Oberailsfeld musikalisch untermalt wird“, freut sich Held. „Danach gibt es leckeren Kuchen von unseren Tüchersfelder Frauen. Wir freuen uns, wenn auch von außerhalb viele Teilnehmer kommen und uns, unsere schöne Kapelle und die Maiandacht besuchen.“ Ein weiterer Termin der FSV-Ortsgruppe Tüchersfeld ist das Johannisfeuer am 25. Juni am Wanderparkplatz beim Feuerwehrhaus.

 

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